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Studienergebnisse

Ersetzen Biogasanlagen zukünftig Erdgas-Kraftwerke?

Biogasanlage
am Montag, 08.08.2022 - 15:00 (2 Kommentare)

Welche Rolle kann Biogas im Strommarkt der Zukunft spielen? Eine Studie hält es für möglich, dass Biogas-Anlagen ab 2035 Erdgas-Kraftwerke ersetzen können. Die Verfasser der Kurzstudie sehen dafür jedoch einige Hürden.

Experten gehen davon aus, dass sich mittelfristig rund drei Prozent des deutschen Gasbedarfs durch Biomethan, also aufbereitetes Biogas, decken lassen. Dies geht aus einer Kurzstudie des Deutschen Biomasseforschungszentrums Leipzig und des Wuppertal Instituts hervor. Derzeit hat Biomethan einen Anteil von rund einem Prozent am Gasmarkt.

Biogas-Anlagen sollen mit Erdgas betriebe Backup-Kraftwerke ersetzen

Auch ohne Aufbereitung zu Biomethan könne Biogas bei einer Vor-Ort-Verstromung zur flexiblen Stromproduktion beitragen. Bis zu 46 Prozent der momentan durch Gaskraftwerke erzeugten Stromproduktion ließe sich aus Biogas decken, heißt es in der Studie. Die Autoren halten es für möglich, dass Biogas-Anlagen im Jahr 2035, wenn der Strom in Deutschland nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien stammen soll, mit Erdgas betriebene Backup-Kraftwerke ersetzen können.

Diese Kraftwerke sollen kurzfristig und flexibel zum Einsatz kommen, wenn etwa zu wenig Wind- und Solarstrom zur Verfügung steht. In der Gaskrise strebt die Bundesregierung einen stärkeren Beitrag der erneuerbaren Energien an, um Erdgas aus dem Strombereich zu verdrängen. „So soll insbesondere die Biogaserzeugung ausgeweitet werden, indem unter anderem die vorgegebene jährliche Maximalproduktion der Anlagen ausgesetzt wird“, hatte das Wirtschaftsministerium vor einigen Wochen mitgeteilt.

Kurzfristige Erhöhung der Gaserzeugung um 20 Prozent möglich

Nach Angaben der Bioenergiebranche gibt es in Deutschland knapp 10.000 Biogas-Anlagen, die jährlich rund 95 Terawattstunden (TWh) Biogas erzeugen. Davon werden rund 85 TWh vor Ort zu Strom und Wärme umgewandelt und rund 10 TWh ins Gasnetz eingespeist. Die meisten Anlagen produzierten wegen verschiedener Beschränkungen nicht die technisch maximal mögliche Biogasmenge, hieß es beim Hauptstadtbüro Bioenergie.

Kurzfristig könnten die Anlagen durch den Einsatz zusätzlicher Rohstoffe oder den Einsatz von Rohstoffen mit hohem Energiegehalt wie etwa Maissilage ihre Gaserzeugung im Schnitt um 20 Prozent erhöhen, hieß es in einem Positionspapier.

Mit Material von DBFZ, dpa

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