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Energiewende

EU will erneuerbare Energien ausbauen

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Amelie Grabmeier, agrarheute
am
20.12.2017

Die EU-Mitgliedstaaten wollen den Anteil an erneuerbaren Energien erhöhen. Auch haben sie sich auf Regelungen für eine Energiewende bis 2030 geeinigt.

Am späten Montagabend (18.12.) einigten sich die EU-Energieminister in Brüssel auf Regelungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Bis 2030 sollen erneuerbare Energien 27 Prozent des gesamten Bedarfs decken. So soll ab 2020 die Nutzung von Ökoenergie zum Heizen und Kühlen jährlich um einen Prozentpunkt steigen.

Der Plan der EU-Energieminister muss nun noch mit dem Europaparlament abgestimmt werden. 

Verkehrssektor: 14 Prozent erneuerbare Energien bis 2030

Bis 2030 sollen im Verkehrssektor 14 Prozent der Treibstoffe aus erneuerbaren Quellen kommen. Die Obergrenze von 7 Prozent Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse soll fortgeführt werden.

„Mit der Anhebung des Erneuerbare-Energien-Ziels im Verkehrssektor sorgt der EU-Ministerrat für eine dringend benötigte Verlässlichkeit für die gesamte Biokraftstoff-Wertschöpfungskette“, unterstrich der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DVB), Bernhard Krüsken. Weniger hilfreich sei jedoch die Mehrfachanrechnung von erneuerbarem Strom auf den Mindestanteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor. „Mehrfachanrechnungen bringen uns den Klimazielen nur auf dem Papier näher, schützen aber das Klima nicht“, hob der DVB hervor.

Strommarkt mit dynamischen Modellen

Künftig soll es am europäischen Strommarkt in allen EU-Ländern dynamische Tarifmodelle geben. Damit könnten Verbraucher ihre Kosten drücken, wenn sie Strom zu Zeiten eines besonders großen Angebots abnehmen. Voraussetzung sind sogenannte Smart Meters, also intelligente Stromzähler, die den Verbrauch in Echtzeit erfassen und steuern. Darüber hinaus sollen Bürger leichter selbst erneuerbare Energien produzieren und vermarkten können.

Baake lobt Ergebnisse und fordert Ausbau des Stromnetzes

Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Rainer Baake, der für Deutschland verhandelt hatte, lobte die Regelungen. Wichtig seien vor allem die verbindlichen Zwischenschritte auf dem Weg zum 27-Prozent-Ziel für Erneuerbare Energien.

Um Engpässe zu vermeiden, müssten die Staaten zudem ihre grenzüberschreitenden Leitungen nach und nach für den Stromhandel mit Nachbarstaaten öffnen. „Dafür muss es mit dem Ausbau des Stromnetzes aber vorangehen“, unterstrich Baake.

Grüne und Umweltverbände kritisieren

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden nannte das Ausbautempo hingegen lachhaft. „Der EU-Ministerrat feiert sich für ein Versagen auf ganzer Linie“, hob sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Auch Umweltverbände übten scharfe Kritik und verlangen Nachbesserungen. Der Umweltorganisation Climate Action Network zufolge ist ein Ausbauziel von mindestens 45 Prozent nötig, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

Ausbau der Erneuerbaren Energien in EU bisher schleppend

Nach neuen Zahlen der EU-Umweltbehörde EEA kam der Ausbau der Erneuerbaren in Europa zuletzt nur langsam voran. 2016 wuchs der Anteil am gesamten Energieverbrauch nur um 0,2 Punkte auf 16,9 Prozent. Bis 2020 gilt eine Zielmarke von 20 Prozent.

Mit Material von dpa

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Schlamm auf Feld
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Überschwemmung auf Wiese
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Festgefahrener Traktor
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Gefrorener, gepflügter Acker mit Stauwasser
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