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Biogas

Fachverband Biogas korrigiert Prognosen nach unten

© landpixel
von , am
15.11.2012

Hannover - Der Fachverband Biogas schätzt auf seiner Pressekonferenz auf der EuroTier den Rückgang der Neuanlagen für das aktuelle Jahr auf über 1.000 Anlagen im Vergleich zum Vorjahr ein.

Der Fachverband Biogas lud in den Saal 104 des Convention Centers, um den aktuellen Branchenzustand und die Prognosezahlen für 2012 und 2013 bekanntzugeben. Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverbandes, leitete die Pressekonferenz mit den Worten ein: "Die Lage ist sehr ernüchternd".

1.000 Neuanlagen weniger als im Vorjahr

Der Einbruch ist mit geschätzten 268 Neuanlagen - das sind deutlich über 1.000 weniger als im vergangenen Jahr - noch weit größer als zum Jahresanfang geschätzt. Die Gründe für den Rückgang seien vielschichtig, erklärt Pellmeyer. Insgesamt hätte das EEG 2012 der Branche eher geschadet. Die neu eingeführte Klasse der 75 kW-Anlagen konnte die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllen.
Auch die rechtliche Besserstellung großer Biomethananlagen hat zu keinem großen Durchbruch dieser Technologie geführt. Letztendlich hätten zahlreiche Genehmigungs- und Sicherheitsauflagen - wie beispielsweise die Abdeckpflicht - kleinen Gülleanlagen zusätzlich Steine in den Weg gelegt. Und auch die derzeit hohen Substratpreise lassen Projekte unwirtschaftlich werden.
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Politik soll Signale setzen

Dabei sei das Potenzial der Technologie enorm, betonte Pellmeyer, immerhin kann sie als Ausgleichsenergie bedarfsgerecht liefern, ist sowohl grund- als auch spitzenlastfähig und damit eine wichtige Säule der Energiewende.
Hendrik Becker, Sprecher des Firmenbeirats, bezeichnet die Auftragslage für die Hersteller als "katastrophal". Einige Firmen würden durch Repowering und den Ausbau des Exportgeschäftes den Nachfragerückgang zeitweise auffangen können. Für das kommende Jahr befürchtet er allerdings einen massiven Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Vor allem kleinere Hersteller hätten bereits Entlassungen angekündigt.
 
Verbandspräsident Pellmeyer richtete ebenso wie sein Vize Hans Friedmann die Bitte an die Politik, deutliche Signale zu setzen, wie es ab 2014 weitergehen solle.
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