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Biogas

Fachverband Biogas: Vergärung der Gülle sollte honoriert werden

Biogasanlage
Catrin Hahn, joule
am
17.11.2016

Der Präsident des Fachverbandes Biogas blickt leicht positiv in die Zukunft, eine Chance sieht er in der Honorierung klimarelevanter Vorteile zum Beispiel bei der Vergärung von Gülle.

Auf der Presseveranstaltung des Fachverbandes Biogas im Rahmen der EnergyDecentral in Hannover, die gleichzeitig zur EuroTier stattfindet, zog Verbandspräsident Horst Seide ein erstes Resümee des zuendegehenden Jahres.

2016 wurden knapp 150 MW installiert

Es ist ernüchternd: Mit etwa 150 neu zugebauten Anlagen - zum größten Teil 75-kW-Güllekleinanlagen - und Anlagenerweiterungen im Rahmen der Flexibilisierung wurden 2016 knapp 150 MW installiert. Von denen sind nur 10 MW arbeitsrelevant. Das macht für 2016 einen Zuwachs von Null. Für 2017 erwartet Seide eine ähnliche Zahl.

 

Biogasanlagen über die reine Stromproduktion nicht finanzierbar

Dennoch wurde auf der Pressekonferenz nicht geklagt. Zwar seien Biogasanlagen über die reine Stromproduktion nicht mehr finanzierbar, betonte Seide, aber es sei deutlich erkennbar, dass die Branche anfange, in die Zukunft zu investieren. Eine wichtige Aufgabe des Biogases sei es, das Stromnetz sicherer zu machen. Gleichzeitig sei der Gesetzgeber gefordert, fossile Überkapazitäten stärker zu reduzieren. Erfreulich sei das Beispiel des Energieversorgers Steag, der 2017 fünf Steinkohlekraftwerke schließe.

Vergärung der Gülle sollte honoriert werden

Einige Leistungen, wie zum Beispiel Wärme, würden oft zu billig abgegeben. Viele Betreiber hätten zwar bereits ein Wärmenetz oder denken über den Einstieg in die Wärmeversorgung nach, dennoch wird aber derzeit Wärme mit einem Durchschnittspreis von 2,6 Cent je Kilowattstunde abgegeben.

Auch die klimarelevanten Vorteile der Technologie müssten honoriert werden, fordert der Verbandspräsident. Zum Beispiel bei der Reduzierung von Treibhausgasen. Durch die Vergärung der Gülle wird das klimarelevante Gas Methan nicht in die Umwelt emittiert, sondern in Strom und Wärme umgewandelt.

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