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Biogas

Forscher entwickeln Schaumtest für Biogas-Anlagen

von , am
30.07.2014

Unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung wurde im Projekt Optgas ein Test entwickelt, mit dem die substratbedingte Schaumbildung in Biogas-Anlagen vorab kontrolliert werden kann.

Der Leipziger Schaumtester soll helfen, Ausfälle, sinkende Performance und Schäden zu verhindern. © André Künzelmann, UFZ
Bei der Produktion von Biogas ist eine der häufigsten Störungen die übermäßige Bildung von Schaum. Wie es in einer Meldung auf der Seite des bine Informationsdienst heißt, reichen die Folgen von Kosten für Antischaummittel und Reinigung bis hin zu Schäden an der Anlage. Wie der Schaum genau entsteht, konnte ein Forschungsteam unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zwar noch nicht detailliert klären, entwickelte aber einen Schnelltest für Anlagenbetreiber. Dieser sogenannte Leipziger Schaumtester könne Ausfälle, sinkende Performance und Schäden verhindern. Das Projekt ist der Teil des Forschungsprogramms "Energetische Biomassenutzung", welches vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird.
 
Für den Test entnimmt der Anlagenbetreiber eine Probe des Gärmaterials. Das Substrat wird in die Testflasche eingewogen, wobei sich die Menge nach dem Trockensubstanz-Gehalt richtet. Das Gärmaterial wird hinzugegeben und verrührt. Die Testflasche setzt der Anlagenbetreiber nun in den Schaumtester, eine Apparatur mit Heizmanschette, und startet die Temperierung. Nach zirka 14 Stunden liegt das Ergebnis vor: Sieht die Reaktionsmasse aus wie zu Beginn des Tests, ist die Mischung unproblematisch für die Biogas-Anlage. Ist Schaum sichtbar oder sind Spuren von Schaum an den Flaschenwänden, ist der Anlagenbetreiber gewarnt.

Ursachen der Schaumbildung

Einige zukunftsfähige Substrate, wie Zuckerrüben, gelten als risikoreich für die Bildung von Schaum, heißt es in der Meldung des bine Informationsdienst weiter. "Es gibt aber auch Substrate, bei denen eine Schaumbildung nicht zu erwarten ist, die aber trotzdem Schaum verursachen können - wir hatten kürzlich einen Fall, dass Maissilage aufgrund veränderter Silier-Methode starke Schaumbildung verursachte", berichtet Projektkoordinatorin Dr. Lucie Moeller vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.
 
Generelle Aussagen über schaumbildende Substrate seien auch schwierig, da die Kombination des Substrates mit dem im Behälter vorhandenen Gärmaterial die Intensität der Schaumbildung beeinflusst. Manche Gärschlämme schäumen mit gleichem Substrat nicht, wobei andere eine starke Schaumschicht entwickeln. Bei manchen Substraten sei die Verarbeitung ausschlaggebend. So schäumt zum Beispiel fein gemahlenes Getreideschrot erheblich mehr als grob gemahlenes Schrot oder ganzes Korn.
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