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Forschung: Die Stadt von morgen

von , am
17.05.2013

Berlin - So könnte die Stadt von morgen aussehen. Autark, klimafreundlich und architektonisch ansprechend. Auf dem EUREF-Campus in Schöneberg wird die 'intelligente Stadt' der Zukunft entwickelt.

Der Euref-Campus: 2007 noch Industriebrache, soll er bis 2018 Arbeits- und Forschungsplatz für 5.000 Menschen sein. © Catrin Hahn
Mitten in Berlin - auf einem Gelände, so groß wie acht Fußballfelder - entsteht die Stadt von morgen. Auf dem EUREF-Campus in Schöneberg, ein europaweit einmaliges Zentrum für Innovationen und Zukunftsprojekte, wird die "intelligente Stadt" der Zukunft entwickelt. Der Büro- und Wissenschaftsstandort beherbergt derzeit etwa 30 Firmen mit 1.300 Mitarbeitern. Auf dem 5,5 Hektar großen Gelände sollen bis zur Fertigstellung 2018 über 5.000 Arbeitsplätze entstehen, in denkmalgeschützten, energetisch sanierten Backsteingebäuden und neuen, architektonisch ansprechendend "Green Buildings".

Klimafreundliche und zuverlässige Energieversorgung

In das Micro Smart Grid, das vor einem Jahr gestartet ist, sollen schrittweise alle Erzeuger, Speicher und Verbraucher auf dem Campus integriert werden. © Catrin Hahn
Ein wichtiger Eckpfeiler für die Stadt von morgen ist die Energieversorgung. Neben sparsamem und intelligent gesteuertem Verbrauch gehört dazu auch die Erzeugung erneuerbarer Energien. Dass das in einer Stadt möglich ist, zeigt der EUREF-Campus schon heute. Das Versorgungskonzept, von der Deutschen Energie-Agentur (dena) gefertigt, liefert reichlich Ansätze für eine klimafreundliche und zuverlässige Energieversorgung: Es kombiniert regenerative Energiequellen wie Solar, Windkraft, Biogas und Tiefengeothermie mit einem Biogas-BHKW und steuert Erzeugung, Speicherung und Verbrauch in einem lokalen "Micro Smart Grid". Es ist bundesweit das erste Netz dieser Art. Seit gut einem Jahr versorgt es den "Messelbau", eines der aufwendig energetisch sanierten Gebäude, mit lokal erzeugter Energie. Nach und nach sollen alle Gebäude per Smart-Metering an das lokale Netz angeschlossen werden. Das "Micro Smart Grid" steuert dann Erzeugung, Speicherung und Verbrauch des gesamten Campus.

Die wichtigsten Bestandteile des Energiekonzeptes sind:

  • Biogasblockheizkraftwerk von SES Energiesysteme mit 200 KW (Seit 2011)
  • Einbindung der Photovoltaik- und Windkraftanlagen,Wärmepumpen mit Kraft-Wärme-Kopplung und der Solartankstelle in das Micro Smart Grid seit Ende 2011
  • Intelligente Vernetzung aller Strom-, Kühlungs- und Wärmesysteme bis 2018
  • Nutzung von Tiefengeothermie voraussichtlich ab 2014
  • Inbetriebnahme einer Großbatterie zur Energiespeicherung und Wärmerückgewinnungsanlage voraussichtlich ab 2014

Moderne Verkehrslösungen

Strom aus der Laterne: Diese Ladestation für E-Autos ist in einer Straßenlaterne untergebracht. © Catrin Hahn
Für moderne Verkehrslösungen gibt es auf dem EUREF-Gelände das InnoZ, ein Erprobungszentrum für Elektromobilität (Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel). Darin forschen 24 Partner, gefördert von diversen Bundesministerien, an der "urbanen Mobilität" von morgen. Diese, überwiegend elektrisch betrieben, wird die Bereiche Verkehr, Kommunikation und Energie viel enger als heute miteinander verbinden. Im InnoZ wird das für die Region Berlin/Potsdam - eine von acht Modellregionen für Elektromobilität Deutschlands - erforscht. Mit "Mobilitätskarten" lassen sich Autos und Fahrräder verschiedener Anbieter mieten, Züge und öffentlicher Nahverkehr nutzen. Eine der Aufgaben des Institutes ist es, die intelligente Stadt von morgen nicht nur zu planen, sondern sie auch der Stadtbevölkerung bekanntzumachen. Und so befindet sich vor dem Gebäude eine Lade- und Ausleihstation für elektrische Autos und Fahrräder sowie Berlins erste Schnellladestation, die auch öffentlich genutzt werden kann.
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