Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Das Gebäudeenergiegesetzes (GEG)

Ab wann sind Öl- und Gasheizungen verboten – was gilt für Holzheizungen?

Gasheizung.
am Donnerstag, 14.09.2023 - 11:46 (2 Kommentare)

Viel Lärm um nichts? Das Heizungsgesetz sagt: Ölheizungen und Gasheizungen sind weiter erlaubt. Mit gewissen Einschränkungen. Für Pelletheizungen und Holzheizungen gibt es keine Auflagen mehr. Die kommunale Wärmeplanung spielt eine große Rolle. Aber erst später.

Gasheizung.

Der Bundestag hat am 08 September das Gebäudeenergiegesetzes (GEG), auch Heizungsgesetz genannt, beschlossen. Ende September muss das Gesetz noch durch den Bundesrat. Für die Umrüstung auf klimafreundliche Heizungssysteme sind zahlreiche Übergangsfristen sowie Härtefallregelungen vorgesehen. 

Hinzu kommt eine Förderung für den Heizungstausch von bis zu 70 Prozent. Die Fristen im GEG sind außerdem abgestimmt auf die Vorgaben für die Erstellung von Wärmeplänen nach dem Wärmeplanungsgesetz

Eigentümer können beim Umstieg auf erneuerbare Energien zudem frei zwischen unterschiedlichen Technologien wählen. Bestehende Öl- und Gasheizungen können weiter genutzt werden. 

Die Pflicht zum Heizen mit erneuerbaren Energien (65-Prozent-Regel) soll erst gelten, wenn die kommunale Wärmeplanung vorliegt. Das soll in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern Mitte 2026 der Fall sein und in kleineren Kommunen bis Mitte 2028. 

Und: Holzheizungen sind in Altbau und Neubau weiterhin erlaubt, ohne Einschränkungen.

Gasheizungen und Ölheizungen wieder erlaubt

Holzheizung.

Beim Heizungstausch darf weiter eine Heizung mit fossilem Brennstoff eingebaut werden. Sogar neue Ölheizungen bleiben erlaubt, bis die kommunale Wärmeplanung vorliegt. 

Die im Gesetz verankerte Pflichtberatung beim Einbau einer fossilen Heizung kann nun auch von Installateuren und Schornsteinfegern durchgeführt werden und nicht nur von Energieberatern. Optimierungsanforderungen für ältere Heizungsanlagen sollen zudem nur für Gebäude ab sechs Wohneinheiten gelten. 

Wer auf Wasserstoff setzt und dafür ab 2024 eine neue Gasheizung einbaut, muss diese nicht wieder ausbauen, wenn das Wasserstoffnetz doch nicht kommt. Aber die Gasheizung muss dafür ab 2029 mit einem steigenden Anteil Biogas betrieben werden: ab 2029 zu 15 Prozent, ab 2035 mit 30 Prozent und ab 2040 zu 60 Prozent. 

Erlaubt ist der Einbau einer Gasheizung so lange, bis die Wärmeplanung der jeweiligen Kommune vorliegt. Danach ist die Gasheizung dann nur noch erlaubt, wenn verbindlich ein Wasserstoffnetz geplant ist. 

Für Holz- und Pelletheizungen entfällt die zunächst geplante Pflicht zu Solarthermie. 

Grundförderung 30 % und weitere Zuschläge

Für Vermieter soll gelten, dass sie statt acht künftig zehn Prozent der Kosten einer neuen Heizung auf die Miete umlegen dürfen – dass allerdings nur, wenn sie die staatliche Förderung in Anspruch nehmen. 

Außerdem darf die Miete nach dem Einbau einer neuen Heizung maximal um 50 Cent pro Quadratmeter steigen. Zusätzlich zur Grundförderung von 30 Prozent soll es Zuschläge geben für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen unter 40.000 Euro sowie für alle, die besonders früh auf erneuerbare Energien umsteigen. 

Vor allem für Altbauten soll es mehr Zeit geben für den Umstieg auf erneuerbare Energien. 

Am Enddatum wird indessen nicht gerüttelt: Nach 2045 darf nicht mehr mit fossilen Brennstoffen geheizt werden. Bis dahin fließt allerdings noch viel Wasser den Rhein hinunter und manche Bundesregierung könnte die Ziele des Heizungsgesetzes anders sehen – und verändern.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...