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Biomasse

Greeningfähig: 10 Fakten zu Kurzumtriebsplantagen

von , am
12.10.2015

Energieholz- oder Kurzumtriebsplantagen (KUP) sind mit schnell wachsenden Baumarten, vor allem Pappeln und Weiden, bepflanzt. Sie sind auch förderfähig nach dem Greening. Hier finden Sie weitere Fakten.

Die Klone von Pappel (Bild) und Weide haben sich bei den KUPs in Deutschland druchgesetzt. © Mühlhausen/landpixel
1. Für Kurzumtriebsplantagen können laut LfL Bayern alle Baumarten mit einer hohen Stockausschlagsfähigkeit verwendet werden. Wirtschaftlich interessant sind aber nur in der Jugend wuchskräftige Baumarten wie Aspe, Robinie, Schwarzerle, Weiden und insbesondere Pappelhybride. In der Praxis haben sich vor allem die beiden letztgenannten durchgesetzt.
 
2. Standorteigenschaften: Ackerstandorte mit mittlerer bis guter Nährstoffausstattung sind bei gleichzeitig günstigen Wasser- und Strahlungsverhältnissen otpimal. Da gute Ackerstandorte aber bei KUPs selten zur Verfügung stehen, sind für Grenzertragsstandorte, Rekultivierungsflächen oder anderen Flächen mit ungünstiger Nährstoffausstattung Düngergaben zu beachten.
 
3. Pflanzmaterial: Aus Kosten- und Ertragsgründen erfolgt die Anlage von Kurzumtriebsplantagen in der Hauptsache mit Pflanzenteilen aus vegetativer Vermehrung wie Steckhölzern, Setzstangen oder Setz- bzw. Legeruten. Mit Ausnahme der Robinie spielen Pflanzen aus generativer oder vegetativer Vermehrung für die Anlage von Kurzumtriebsplantagen derzeit nur eine untergeordnete Rolle. 
 
4. Pflanzung: Mit speziellen Maschinen werden etwa 20 cm lange, fingerdicke Triebabschnitte als sogenannte Stecklinge senkrecht in den Boden gedrückt, schreibt die Lignovis GmbH. Aus den Stecklingen entwickeln sich Wurzeln und neue Triebe, die bereits in der ersten Vegetationsperiode 2 - 3 m hoch werden können. Bei der Anlage einer Plantage ist laut TU Dresden zudem besonderes Augenmerk auf die zukünftige Beerntung zu legen. Die Pflanzreihen sollten nicht hangparallel liegen, auch kurze Neigungen von über 15 Prozent sind zu meiden.

Unterschiedliche Ansprüche an den Boden

5. Die Ansprüche an Boden und Klima unterscheiden sich zwischen und innerhalb der Gattungen zum Teil sehr deutlich, wie es auf waldwissen.net heißt. Sehr stark variieren die Ansprüche zwischen den Sektionen Schwarzpappeln, Balsampappeln sowie Weiß- und Zitterpappeln der Gattung Pappel.
  • Schwarz-Pappeln (Sektion Aigeiros) besitzen besonders hohe Ansprüche an Licht, Wärme, Dauer der Vegetationszeit sowie Wasser- und Nährstoffversorgung innerhalb eines sehr engen Bereiches.
  • Dagegen weisen Weiß- und Zitterpappeln (Sektion Leuce) nur geringe Ansprüche an die Wasser- und Nährstoffversorgung bei einer sehr großen Spannweite auf.
  • Zwischen diesen Extremen befinden sich die Balsam-Pappeln (Sektion Tacamahaca), die bei einem breiten Bereich mittlere Ansprüche an den Standort stellen. Alle Pappel-Arten benötigen jedoch eine mindestens ausreichende Bodendurchlüftung und tolerieren keine stagnierende Nässe.
  • Weiden wachsen am besten auf frischen bis wechselfeuchten, nährstoffreichen sandigen Lehmen, vertragen im Gegensatz zu den Pappeln Staunässe und können auch in kälteren Lagen angebaut werden. Bei beiden Gattungen ist die Wasserversorgung entscheidend für die Wuchsleistung. Sobald der Standort (auch zeitweise) etwas trockener ist, lässt das Wachstum zum Teil erheblich nach.
  • Die Robinie stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, wird jedoch als Baumart für wärmere Standorte empfohlen. Die Robinie kann auch auf trockeneren Standorte gepflanzt werden, die für Pappel und Weide nicht mehr geeignet sind.

Pflege und Ernte

6. Der günstigste Termin zum Einbringen der Stecklinge (Pappel und Weide) und Pflanzen (Robinie) ist das zeitige Frühjahr, sobald der Boden frostfrei und befahrbar ist (optimal Mitte März bis Mitte April). Besonders auf leichten Böden kann dadurch die Winterfeuchte gut genutzt werden. Die Steckhölzer sollten aus einjährigen Trieben geschnitten werden und vier Knospen aufweisen. Einmal gepflanzt, kann eine Plantage im Zeitraum von 15 - 20 Jahren mindestens 5-mal beerntet werden.
 
7. Wesentliche Voraussetzung für das Gelingen einer Kurzumtriebsplantage ist eine optimale Pflanzbettherstellung. DieTechniken reichenvon Pflügen oder Grubbern auf zirka 30 cm Tiefe und anschliessendem Eggen bis zur streifenweisen Bearbeitung. Der Bearbeitungszeitpunkt richtet sich nach der Vorkultur und den örtlichen Gegebenheiten. Bei bindigen Böden empfiehlt sich die Herbstfurche.
 
8. Die Pflegemassnahmen auf Kurzumtriebsplantagen beschränken sich im Wesentlichen auf das erste Standjahr. In dieser Phase sind die heranwachsenden Jungpflanzen insbesondere vor zu starker Verunkrautung und allenfalls vor Wildverbiss zu schützen. Gerade im Jugendstadium sind die KUPs auch auf Schadinsekten zu kontrollieren.

9. Ernte: Bereits nach drei bis vier Jahren wird das erste Mal geerntet. Danach treiben die Bäume aus dem Wurzelstock wieder aus und der 2. Umtrieb mit noch höheren Zuwächsen beginnt. Die Bäume werden gefällt und dann gehackt. Die Erntetechnik richtet sich nach der Größe der Erntefläche und der verfügbaren Arbeits- und Maschinenkapazität. Sie reicht von der gering mechanisierten motormanuellen Ernte bis zu hochmechanisierten Verfahren wie landwirtschaftlichen Mähtechniken.
 
10. Nach der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik können Kurzumtriebsplantagen auch als ökologische Vorrangflächen(ÖVF) aufs Greening angerechnet werden. 
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