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Energiewende und Stromerzeugung

Grüner Strom aus dem Boden - Geld drucken für Landwirte?

Strommasten.
am Mittwoch, 17.11.2021 - 12:39 (2 Kommentare)

Das Startup Bioo hat Batterien entwickelt, die Strom aus der Energie erzeugen, die bei der Zersetzung organischer Substanz (Pflanzenresten) im Boden frei wird.

Felder.

Solche Batterien werden derzeit zum Betrieb von Sensoren für die Messungen von verschiedenen Bodenwerten verwendet. Aber auch viele andere Einsatzmöglichkeiten sind durchaus denkbar. So könnten Landwirte den erzeugten Strom auch in ein Netz einspeisen. So würde man mit grünem Strom vom eigenen Acker auch noch Geld verdienen.

Wie herkömmliche Batterien auch, haben die von Bioo entwickelten „biologischen Batterien“ eine Anode und eine Kathode. Aber anstatt Materialien wie Lithium zu verwenden, wird organische Substanz - also Pflanzenreste - als Brennstoff  zur Stromerzeugung benutzt. Wenn die Mikroorganismen die organische Substanz abbauen, dann werden Elektronen freigesetzt. Diese Elektronen werden dann von der Anode zur Kathode transportiert und es entsteht elektrischer Strom.

Die derzeit eingesetzten Batterien haben die Form einer rechteckigen Box und können in jedem fruchtbaren Boden eingegraben werden. Sie produzieren derzeit im Jahr bis zu 200Wh pro Quadratmeter. Bisher sind die Batterien von Bioo aber noch auf Anwendungen mit geringem Stromverbrauch beschränkt. Sie stoßen jedoch bereits auf großes Interesse und könnten sowohl die gesamte Energieerzeugung als auch die Energiegewinnung in der Landwirtschaft verändern. Glauben jedenfalls die Erfinder.

Kosten sparen mit grünem Strom aus dem Boden

Trafo.

Doch das ist noch nicht alles was die im Boden befindliche neue Technolgie alles machen kann. Landwirte könnten beispielsweise mithilfe eines Netzwerks von Sensoren das Wachstum ihrer Pflanzen überwachen. Die Sensoren würden es ihnen ermöglichen die Wachstumsbedingungen wie Bodenfeuchtigkeit, pH-Wert und Lufttemperatur zu messen.

Unter heutigen Bedingungen würde der Strom bei solchen Sensoren jedoch aus herkömmlichen Batterien stammen, die sich allmählich entleeren. „Das große Problem ist, dass chemische Batterien jedes Jahr ersetzt werden müssten. Dafür bräuchte man buchstäblich eine Armee von Leuten, die die Batterien austauschen und die Messeanlagen neu kalibrieren“, erklärt der Erfinder der neuen Technolgie, der Spanier Pablo Vidarte.

„Was wir tun, ist eine versteckte Lösung, die vom Boden selbst kommt und auf jeden Fall nicht mehr Kosten verursacht wie die Verwendung chemischer Batterien. Die Investition amortisiert sich im Wesentlichen im ersten Jahr“, fügte Vidarte hinzu.

Bioo arbeitet mit der Bayer AG zusammen, einem führenden deutschen Agrarkonzern, um seine im Boden versenkten udn mit Bioenergie betriebenen Sensoren zu testen. Im Erfolgsfall könnte Bayer selbst jährlich 1,5 Milliarden Euro einsparen, schreibt das Onlineportal euronews.

Es gibt noch viele andere Einsatzmöglichkeiten

Der Gründer von Bioo, geht sogar noch weiter. Er sagt: „Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch einen Park oder auf einer Straße und können eine Pflanze berühren und die Lichter in diesem bestimmten Bereich einschalten". Noch steckt die ganze Sache zwar in den Kinderschuhen, doch mit Bayer und anderen großen Akteueren stehen etliche große Geldgeber bereit, die die Projekte von Bioo unterstützen und vorantreiben.

Vidarte sagt: Es dauerte etwa ein Jahr, bis ein Prototyp für "die im Boden versenkbaren Batterien" entwickelt war und ein Investor an Bord kam. Neben dem Einsatz in der Landwirtschaft werden die Batterien von Bioo derzeit auch in Einkaufszentren, Büros und Krankenhäusern installiert, um dort grünen Strom für die Beleuchtung zu erzeugen.

Das Ziel des Startups ist es (nach eigenen Aussagen), eine umweltfreundlichere Welt zu schaffen (und natürlich auch Geld zu verdienen). „Ich wollte etwas tun, was wirklich eine Veränderung für unsere Welt bedeuten könnte. Unser Ziel ist es, eine neue Biotech-Welt zu schaffen, eine Welt, die vollständig mit der Natur verbunden ist“, sagte Vidarte zu seinem Projekt.

Mit Material von euronews

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