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Alternative Kraftstoffe

Gülle als LKW-Kraftstoff? Shell stellt auf Bio-LNG um

Biogasanlage
am Donnerstag, 10.02.2022 - 12:37 (1 Kommentar)

Shell plant, seine Geschäftsfelder zunehmend auf alternative Kraftstoffe auszuweiten. Die Herstellung von Biomethan aus Gülle und Mist kann dabei auch Chancen für Landwirte bieten. Im rheinischen Godorf beginnt der Konzern nun mit dem Bau der größten Flüssiggasanlage in Deutschland.

LNG (Liquefied Natural Gas) ist farbloses und nicht giftiges Erdgas. Der weltweit größten Mineralöl- und Erdgas-Hersteller Shell sieht in LNG als Kraftstoff ein großes Potenzial für die Dekarbonisierung, also die Reduktion von Kohlendioxidemissionen durch kohlenstoffarme Energiequellen, des Schwerlastverkehrs in Deutschland. Der Konzern betreibt derzeit 26 LNG-Tankstellen. Bis Ende des Jahres 2022 will Shell das Stationsnetz auf rund 40 Stationen erweitern. So sollen Teilnehmer des Schwerlasttransportsektors die Möglichkeit haben, CO-neutralem Biokraftstoff zu tanken. Der neue Standort Godorf bei Köln soll den Jahresbedarf von etwa 4000 bis 5000 LNG-Lkw decken. Im Vergleich zu einem konventionellen Diesel-Lkw soll es nach Angaben von Shell möglich sein, jährlich bis zu einer Million Tonnen CO2 einzusparen, sofern das verwendete Biomethan aus Gülle hergestellt werde.

Shell setzt auf Biomethan aus Gülle und Mist

Der Mineralölkonzern setzt Biomethan aus nachhaltigen Reststoffen, wie Gülle und Mist, ein. Das ist doppelt wirksam, weil so das klimawirksame Gas nicht auf Äckern oder aus Gruben in die Atmosphäre entweicht, sondern als Energieträger genutzt wird. So lässt sich viel CO2 einsparen. Die CO2-Intensität von Biomethan variiert je nach Ausgangsmaterial stark und beträgt zwischen -88 gCO2/MJ und +50 gCO2/MJ. LNG aus fossilen Kraftstoffen hat eine CO2-Intensität von 74g CO2/MJ. Bei Diesel sind es 95g CO2/MJ.

Gülle und Mist sollen Shell zufolge von Landwirten aus Nord-West-Europa kommen. Derzeit sind die Verträge noch nicht abgeschlossen. Die Biomethananlagen werden dezentral verteilt sein. Shell plant auch, eigene Biomethananlagen zu errichten. Die Anlage in Godorf macht aus Methan Flüssiggas.

Die Bio-LNG-Anlage im Rheinland soll in Zukunft über die normale Gasleitung gespeist werden, weil sich Biomethan so problemlos transportieren lasse. Dadurch sei es möglich, große Mengen zentral zu verarbeiten und zur Verfügung zu stellen. In Godorf wird das Gas auf -162 Grad Celsius gekühlt und so zu Bio-LNG verflüssigt. In speziellen Tanklastern wird es dann zu den LNG-Tankstellen in ganz Deutschland transportiert.

Mehr Vorteile beim Klimaschutz durch Bio-LNG

Shell teilt mit, dass sein bisher an Tankstellen vertriebenes LNG aus fossilem Erdgas bis zu 22 Prozent weniger CO2-Emissionen hat als Diesel. Mit Fertigstellung der Bio-LNG-Anlage in Godorf soll es möglich sein, das gesamte Shell-LNG-Tankstellennetz ausschließlich mit CO2-neutralem LNG zu versorgen. Damit würde das Emissionsprofil des Kraftstoffs nochmals deutlich klimafreundlicher, so Shell

Mit Material von www.shell.de

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