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Biogas

Güllevergärungsanlage: Lohnt sich eine Anlage mit kleiner Leistung?

Kühe stehen auf einer Weide vor einer Biogasanlage
am Montag, 21.09.2020 - 14:36 (Jetzt kommentieren)

Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob eine Güllevergärungsanlage ab 150 Großvieheinheiten wirtschaftlich betrieben werden kann. Bei positiven Ergebnissen startet die Entwicklung.

An einer Standard-Biogaskleinanlage zur Güllevergärung wollen die Universität Hohenheim, der renergie Allgäu e. V. und der Maschinenbauer Hochland Natec GmbH die ökonomische Machbarkeit prüfen. Sie soll für Betriebe in Frage kommen, für die sich eine Biogasanlage bislang aufgrund zu geringer Güllemengen nicht lohnte. Bei positiven Ergebnissen wollen sie ein entsprechendes Anlagenkonzept entwickeln. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert die Machbarkeitsstudie über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

Güllevergärung: Bisher gibt es rund 800 Güllekleinanlagen

Bislang wird nur rund ein Drittel der in der Nutztierhaltung in Deutschland anfallenden Gülle in Biogasanlagen zur Energieproduktion verwertet. Ein wesentlicher Grund: Das Gülleaufkommen der meisten Betriebe ist für einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb zu gering. So gibt es nur in etwa 10 Prozent der rinderhaltenden Betriebe mehr als 200 Milchkühe; mit dem Gülleaufkommen von 200 Tieren lässt sich aber lediglich eine 30 kW-Anlage betreiben. Konzepte für ökonomisch tragfähige kleine Biogasanlagen fehlen.

Bereits seit 2012 existiert im Erneuerbare-Energien-Gesetz eine Sondervergütungsklasse für die Güllevergärung in Kleinanlagen. Mit dem erhöhten Vergütungssatz, der aktuell bei 23,14 Cent pro kWh Strom für Anlagen mit mindestens 80 Prozent Gülleeinsatz liegt, will der Gesetzgeber die Güllevergärung anreizen. In der Folge wurden bis heute etwa 800 Güllekleinanlagen gebaut, mit denen die Potenziale des Rohstoffs Gülle jedoch noch nicht ausreichend erschlossen werden konnten. Mit der Entwicklung einer wirtschaftlichen Anlagenklasse zur Vergärung kleiner Güllemengen soll sich dies ändern.

Konzept: Zweistufige Vergärung

Daher unterstützt das BMEL nun die Vorarbeiten zur Entwicklung einer standardisierten Güllekleinanlage, die für eine Betriebsgröße ab 150 Großvieheinheiten wirtschaftlich betreibbar ist. In einer ersten einjährigen Projektphase soll eine Machbarkeitsstudie die ökonomischen Rahmenbedingungen klären. Zeichnet sich eine wirtschaftliche Machbarkeit ab, folgt in Phase 2 die Entwicklung eines Prototyps.

Die Kleinanlage soll nach dem an der Universität Hohenheim entwickelten Konzept der zweistufigen Vergärung aufgebaut sein, das aus einem Rührkessel- und einem Festbettreaktor besteht. Nicht abgebaute Faserstoffe aus dem Festbettreaktor werden in die erste Prozessstufe zurückgeführt. Das Konzept zeichnet sich durch bessere Abbaugrade aus und eignet sich für die bedarfsgerechte Biogasproduktion. Tests ergaben, dass der Festbettreaktor vergleichsweise schnell auf eine Veränderung der zugeführten Substratmengen reagiert und die Gasproduktion steigert oder absenkt.

Mit Material von fnr

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