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Gefahrenquellen

Häufige Gefahrenquellen bei Biogasanlagen: So vermeiden Sie Unfälle

Biogasanlage
am Dienstag, 16.11.2021 - 05:00

Unfälle mit Biogasanlagen kommen nicht allzu oft vor - können aber sehr dramatisch sein. Wir zeigen Ihnen, wo die häufigsten Gefahrenquellen lauern.

Unfälle im Bereich Biogas machen nur einen kleinen Teil der Unfälle in der Landwirtschaft aus. Sie können allerdings gravierende Auswirkungen auf die Umwelt haben und auch tödlich enden. Für Anlagenbetreiber ist es daher enorm wichtig, mögliche Gefahrenquellen zu minimieren.

Im Jahr 2019 traten laut Statistischem Bundesamt insgesamt 748 Unfälle beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in Ölheizungen, Tankstellen, Biogasanlagen oder Raffinerien ein. Dabei sind 30,5 Mio. l wassergefährdende Stoffe wie Öl und Benzin ausgetreten. Bei 27,8 Mio. l, also 91 Prozent, handelte es sich um Jauche, Gülle, Silagesickersaft (JGS), die überwiegend bei Unfällen in Biogasanlagen und JGS-Anlagen freigesetzt wurden. Solche Unfälle kommen zwar statistisch gesehen selten vor, aber sie kommen vor und richten enorme Umweltschäden an - genauso wie Brände und Gasverpuffungen.

197 meldepflichte Unfälle im Jahr 2020

Im Jahr 2020 gab es 197 meldepflichtige Unfälle im Bereich Biogas unter den Versicherten der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Dort sind rund 6.600 der etwa 9.000 Biogasanlagen in Deutschland versichert. „Insgesamt wurden uns, von unseren 1,5 Mio. versicherten Unternehmen, letztes Jahr 64.000 Unfälle gemeldet“, sagt Dr. Florian Heuser von der SVLFG. „Der Bereich Biogas mit durchschnittlich 200 Unfällen mit Personenschäden pro Jahr macht allerdings nur 0,3 Prozent des Unfallgeschehens aus.“ Leider kommen auch tödliche Unfälle vor.

Im Jahr 2020 gab es glücklicherweise keinen Todesfall, 2019 jedoch gleich zwei Tote. Ein Landwirt wurde von einer 750 kg schweren Metallkonstruktion erschlagen, die zur behelfsmäßigen Reparatur einer Separator-Metallrinne verwendet wurde. Ein weiterer Landwirt ist beim Wiederauflegen beziehungsweise Befestigen einer Fermenterfolie nach einem Sturm vom Behälterrand abgerutscht und rund 6 m in die Tiefe gestürzt. Er wurde dabei so schwer verletzt, dass er nach einer späteren Operation verstarb. „Glücklicherweise gehen die meisten Unfälle deutlich glimpflicher aus“,sagt Heuser.

Häufigste Verletzungen sind Schnittverletzungen

Die meisten Verletzungen sind Schnittverletzungen (2020: 27 Unfälle), gefolgt von „getroffen werden mit schwerem Gegenstand“ (2020: 26 Unfälle). Häufig kommen auch Umknicken, Abstürzen, Herunterfallen und Abrutschen vor. Vieles lässt sich leicht verhindern. Um den Schnittverletzungen vorzubeugen, empfiehlt Heuser schnittfeste Handschuhe. Auch häufige Abstürze von Leitern lassen sich meist leicht beheben. „An Stellen der Biogasanlage, an die der
Landwirt häufig hin muss und die gerade im Winter aufgrund der Glätte gefährlich sind, empfehle ich dringend, eine feste Treppe anzubringen“, sagt Heuser.

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