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Heizöl kaufen

Heizölpreise wieder billiger – Marktchaos geht weiter

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Dr. Olaf Zinke, agrarheute
am Montag, 19.12.2022 - 10:39 (Jetzt kommentieren)

Die Heizölpreise folgen weiter den Rohölpreisen. Und da geht es Hin und Her. Eine Reihe von wirtschaftlichen Faktoren drücken mächtig auf die Ölpreise – andere Aspekte könnten zu einer dauerhaften Verknappung des Ölangebotes führen. Beide Szenarien sind gleich wahrscheinlich und führen zu anhaltenden massiven Preisschwankungen – bei Rohöl und Heizöl.

heizölpreise.

Die Heizölpreise geben zum Beginn der neuen Woche wieder etwas nach. Vorrausgegangen war indessen eine steiler Anstieg von rund 10 %, ausgelöst, durch kräftig steigende Ölpreise und durch zahlreiche geopolitische Faktoren.

In welche Richtung sich die Ölpreise – und damit auch die Heizölpreise - weiter bewegen, ist indessen alles andere als klar. Selten waren die Preise für Rohöl und Gasöl so vielen widerstrebenden Faktoren gleichzeitig ausgesetzt. Am Montagmorgen (19.12.) kostete Heizöl im Bundesmittel 126,9 Euro je 100 Liter, berichtet der Branchendienst Tecson. Das waren 2,20 Euro weniger als am Freitag - jedoch rund 9 Euro mehr als vor einer Woche.

Am Montag starten die Rohölpreise zunächst mit einem leichten Plus in den Handel und auch Gasöl ist wieder etwas teurer - so dass es zunächst einmal nicht nach einem weiteren Preisrückgang aussieht. Allerdings kann sich das blitzschnell ändern, je nachdem welcher der widerstreitenden geopolitischen Faktoren die Oberhand gewinnt.

Zuletzt hatten an den globalen Märkten Rezessionsängste die Richtung bestimmt. Das heißt für Rohöl und Heizöl eigentlich fallende Preise, denn die Nachfrage wird in einer Wirtschaftskrise als schwach eingeschätzt. Doch sicher ist das nicht, wie die übernervösen Reaktionen der Märkte auf andere Nachrichten zeigen:

Die Angebotssorgen durch den Preisdeckel für russisches Öl, die unterbrochene Keystone-Pipeline in Nordamerika und die prognostizierte Kältewelle auf den Schieferölfeldern in den USA, stützen aktuell die Preise. Die US-Notdenbank Fed und auch die EZB haben verkündet, dass sie jeweils die Leitzinsen um 0,5% weiter heraufsetzen, und dass das noch nicht das Ende sei. An den Aktienmärkten führte das zu starken Wertverlusten, aber auch die Rohölpreise gerieten unter Druck.

Ursache für den zwischenzeitlich Anstieg der Ölpreise waren die Sorgen über die Angebotslage am Ölmarkt. Dazu gehörten vor allem die Sorgen um die defekte Keystone-Pipeline in Nordamerika. Sie ist die wichtigste Verbindung zur Versorgung der USA mit kanadischem Rohöl. Ein Teil der beschädigten Strecke konnte zwar repariert werden. Die vollständige Wiederinbetriebnahme steht aber noch aus.

Hinzu kommt: Auf eines der größten Schieferölproduktionsgebiete der USA rollt eine massive Kältewelle zu, welche die Produktion stark einschränken könnte. Die meisten Anlagen sind gegen eine solche Witterung nicht ausreichend geschützt. Ein weiterer Teil der Angebotssorgen bezieht sich auf die noch ausstehende Antwort Russlands auf den Preisdeckel von EU und G7-Staaten für seine Rohölverkäufe.

Heizöl etwas billiger – Regionale Unterschiede größer

heizölpreise aktuell.

Aufgrund der aktuellen Preisbewegung ist das Bestellaufkommen noch immer relativ hoch, hat aber zur Vorwoche deutlich nachgelassen. Im Norden gab es 10 Tage vor Weihnachten unerwartet viel Schnee, so fielen in Schleswig-Holstein fast 30 cm Neuschnee am Freitag, berichte der Branchendienst Tecson.

Was aktuell an Heizöl bestellt wird, kommt überwiegend erst im Februar zur Auslieferung. Die Heizölspeditionen arbeiten unter Voll-Last, berichten die Händler. In allen Regionen und Bundesländern haben sich die Heizölpreise zum Wochenbeginn wieder etwas verbilligt – gegenüber Freitag liegen die Preisabschläge zwischen 0,4 und 2,9 Euro je 100 Liter Heizöl.

Außerdem haben sich die regionalen Preisunterschiede zuletzt weiter vergrößert, zeigen die Daten aus den Regionen (siehe Grafik). Heute (19.12) liegen zwischen den teuersten (Berlin) und dem billigsten Bundesland (Nordrhein-Westfalen) rund 21 Euro je 100 Liter Differenz und damit 5 Euro mehr als in der vorigen Woche. Bei einem Einkauf von 3000 Litern Heizöl, macht das einen Preisunterschied von 630 Euro.

Am billigsten ist Heizöl weiterhin in Nordrhein-Westfalen sowie in Bayern und in Rheinland-Pfalz. In Berlin, Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern kostet Heizöl heute am meisten.

Am Montagmorgen (19.12) lagen die Heizölpreise in Nordrhein-Westfalen nach den Erhebungen des Branchendienstes esyoil bei knapp 116 Euro je 100 Liter und damit 2,8 Euro niedriger als am Freitag. In Bayern müssen die Verbraucher aktuell 120 Euro zahlen und damit 0,9 Euro weniger als zum Ende der Woche.

Am teuersten war Heizöl heute in Berlin mit 137,40 Euro – das sind 0,1 Euro weniger als am Freitag. In Niedersachsen lagen die Preisforderungen am Montagmorgen bei 130,50 Euro je 100 Liter und sind damit 2,10 Euro niedriger. In Mecklenburg-Vorpommern werden von Verbrauchern heute 132,60 Euro je 100 Liter verlangt und damit 1 Euro weniger.

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