Heizölpreise steigen im Rekordtempo – Jetzt wird Heizen richtig teuer
Die Heizölpreise steigen zum Start der Heizsaison auf den höchsten Stand seit 10 Monaten. Und es könnte noch weiter nach oben gehen. Gründe sind die Eskalation im Nahen Osten und die Verschärfung der Sanktionen gegen Russland durch die USA. Außerdem hält die OPEC weiter an der reduzierten Fördermenge fest.
Die Heizölpreise steigen am Montagmittag (16.10.) weiter an und erreichen den höchsten Stand seit Anfang Januar.
Nach den Erhebungen des Heizölportals esyoil kostete Heizöl im Bundesmittel rund 117 Euro je 100 Liter. Das sind 3,50 Euro mehr als Heizölkunden am Freitag zahlen mussten und 14 Euro mehr als zum Beginn der vorigen Woche.
Die Preisspanne liegt am Montagmittag zwischen 115 Euro je 100 Liter in Nordrhein-Westfalen und rund 119,50 Euro je 100 Liter in Bayern.
Hintergrund ist der steile Anstieg der Ölpreise: Die Preise für Brent-Rohöl stiegen am Freitag um 4,89 USD oder 5,7 % auf 90,89 USD pro Barrel. Das US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte um 4,78 USD oder 5,8 % auf 87,69 USD pro Barrel. Damit verzeichneten die Preise für die wichtigsten beiden Ölsorten die höchsten prozentualen Tageszuwächse seit April.
Analysten sagen zwar, dass der Konflikt im Nahen Osten (bislang) kaum Auswirkungen auf die weltweite Öl- und Gasversorgung hat, denn Israel ist kein großer Produzent von Rohöl.
Doch die großen Ölproduzenten der Region sind indirekt verwickelt. Der iranische Ölminister Javad Owji sagte jedenfalls am Freitag, dass die Ölpreise aufgrund der aktuellen Situation im Nahen Osten voraussichtlich auf 100 US-Dollar pro Barrel steigen werden, berichtet Reuters.
Heizölkunden extrem verunsichert
Die Rohölpreise wurden auch durch die Ankündigung der USA in die Höhe getrieben, die Sanktionen gegen Betreiber von Tankern zu verschärfen, die russisches Öl transportieren, dessen Preis über der Preisobergrenze von 60 US-Dollar pro Barrel liegt.
Russland ist der zweitgrößte Ölproduzent der Welt und ein wichtiger Exporteur, und die strengere Kontrolle seiner Lieferungen könnten das globale Angebot weiter einschränken.
„Der Ölmarkt geht davon aus, dass die USA die Sanktionen sowohl gegen Russland als auch gegen Iran strenger durchsetzen werden, und das wird zu einer Verringerung der Lieferungen führen“, sagte Andrew Lipow, Präsident von Lipow Oil Associates, berichtet Reuters.
Vor diesem Hintergrund könnte es in den nächsten Wochen auch mit den Heizölpreisen weiter deutlich nach oben gehen. Allerdings hat sich die Nachfrage nach Heizöl in der zweiten Hälfte der Vorwoche deutlich abgekühlt, bleibt aber insgesamt sehr hoch, berichten Heizölhändler.
Gleichzeitig stiegen auch die Gasölpreise (Vorprodukt für Diesel und Heizöl) zuletzt steil an und notieren am Freitag für den Novembertermin 43 USD je Tonne im Plus bei 927 USD je Tonne und auch am Montag liegen die Preise im vorbörslichen Handel leicht im Plus, obwohl die Ölpreise zum Handelsbeginn leicht nachgeben.
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