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Steigende Energiekosten

Hohe Energiepreise treiben Hopfenbauern in den Ruin

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am Mittwoch, 29.06.2022 - 13:00 (3 Kommentare)

Die Bevölkerung leidet aktuell unter den hohen Energiepreisen. Teilweise lässt sich Energie einsparen, bei den Landwirten ist das jedoch nicht immer möglich. Besonders die Hopfenbauern in Sachsen-Anhalt stehen vor großen Herausforderungen.

Die Hopfenbauern in Sachsen-Anhalt im Elbe-Saal-Winkel haben besonders unter den hohen Energiepreisen zu leiden. Diese müssen den Hopfen trocknen und deshalb benötigen sie viel Energie. Landwirt Alfred Regner erläutert die Probleme, die zukünftig auf seinen Betrieb zukommen.

Ausgaben pro Jahr haben sich um 300.000 Euro erhöht

Der Hopfenbauer Alfred Regner ist im zweitgrößten Hopfenanbaugebiet Deutschlands beheimatet. Er bewirtschaftet 135 ha und in guten Jahren erntet der Landwirt rund 350 t Hopfen. Der Hopfen muss jedoch auf 10 bis 11 Prozent Feuchtigkeit runtergetrocknet werden und dazu wird Öl benötigt. Der 71-Jährige schaut mit Sorge auf die Preisexplosion im Energiesektor.

„Das ist schon eine bittere Sache, was auf uns zukommt“, betont Regner. Er erzählt, dass der Betrieb 150.000 l Heizöl benötigt, um die Hopfenpflanzen zu trocknen. Da sich der Preis von 0,70 auf 1,60 Euro erhöht hat, stiegen die Ausgaben seines Betriebs um rund 300.000 Euro im Jahr.

Langfristige Verträge verhindern Preisanstiege für Hopfen

Diese hohen Zusatzkosten stellen Alfred Regner vor große Probleme. Da die Bauern an langfristige Verträge gebunden sind, lassen sich die gestiegenen Preise nicht an die Kunden weitergeben. Der Hopfenbauer aus Sachsen-Anhalt befürchtet: „Das ist ein Riesenproblem. Ein Jahr geht das noch und nächstes Jahr vielleicht auch noch. Da bekommen wir nochmal Steuern zurück und dann ist Schluss. Dann muss das Tor zugeschlossen werden.“

Laut Regner müsse man nun abwarten, ob sich mit Vertragspartnern Sonderzahlungen aushandeln lassen. Das Bier wird jedoch ohnehin teurer werden, denn vom Kronkorken bis zum Transport wird alles teurer, so die Bierbrauer.

Mit Material von MDR

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