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Holzenergie

Holz nutzen: Universal und klimafreundlich?

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am Montag, 11.04.2022 - 15:30 (Jetzt kommentieren)

Die intensive Nutzung von Wäldern zur Holzproduktion ist klimafreundlicher als der Ernteverzicht zugunsten des Naturschutzes. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die von der Universität Hamburg durchgeführt wurde.

Begleitet wurde die Studie von den Forstwissenschaftlern Leam Martes und Prof. Michael Köhl vom Exzellenzcluster für Klimaforschung (CLICCS). Diese fanden heraus, dass durch die Erzeugung von Holzprodukten mehr Kohlenstoff gespeichert wird. Demnach könnte Holz dafür sorgen, dass Stoffe wie Aluminium, Plastik oder Stahl ersetzt werden.

Bei deren Herstellung wird im Vergleich mit der Holzernte deutlich mehr CO2 erzeugt. In Möbeln und Häusern aus Holz könne zudem der im Holz enthaltene Kohlenstoff außerhalb des Waldes langfristig gespeichert werden.

 

CO2-Neutralität von Holzenergie

Die Wissenschaftler deckten auf, dass sich durch das Verbrennen von Holz nachhaltiger Energie erzeugen lasse als mit fossilen Brennstoffen. Da Holz CO2 aus der Atmosphäre aufnimmt, sei die CO2-Bilanz beim Verbrennen gleich null.

Die Forscher betonen, dass das Klimapaket der EU-Biodiversitätsstrategie vorsieht, bis 2030 mindestens 10 Prozent der Fläche aller Länder unter Naturschutz zu stellen. Das würde für Deutschland bedeuten, dass circa 40 Prozent der Wälder unter Schutz gestellt werden müssten. Grund hierfür wäre die Knappheit alternativer Flächen.

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Klimafreundlicher Kompromiss: Alte Bäume schützen

Folglich würde damit aber ein wichtiges Instrument für den Klimaschutz ausgehebelt, denn zukünftig dürften so gut wie keine Bäume mehr geerntet werden. Deshalb muss ein klimafreundlicher Kompromiss her.

Die Wissenschaftler empfehlen: Alle alten Wälder mit Bäumen, die über 120 Jahre alt sind, werden geschützt – in Norddeutschland sind das rund 13 Prozent der Waldfläche. Durch bewirtschaftete Waldflächen könnten dann zusätzlich Millionen Tonnen an CO2 dauerhaft der Atmosphäre entzogen werden.

Mit Material von AgE

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