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Holzmarkt und Holzpreise

Holzpreise nach Absturz sehr billig – Kommen die Käufer zurück?

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am Dienstag, 25.07.2023 - 13:11 (1 Kommentar)

Die Holzpreise waren am Weltmarkt im Mai auf einen Tiefpunkt gefallen. Danach ging es leicht nach oben. Der Grund: Die Hauskäufe in den USA hatten überraschend zugenommen. Hinzu kommen die katastrophalen Waldbrände in Kanada auf 9,2 Millionen Hektar. Doch wirklich nachhaltig scheint die Erholung nicht zu sein. Das zeigen die aktuellen Preise.

Holzpreise.

Der fast zusammengebrochene nordamerikanische Holzmarkt begann sich von Juni bis in den Juli hinein wieder zu erholen. Ein wichtiger Treiber, der dem Markt nach oben half, waren die schweren Waldbrände in Kanada. Holzkäufer in den USA und weltweit begannen sich Sorgen zu machen, dass die Megabrände sich negativ auf die kanadische Schnittholzproduktion und das globale Angebot auswirken würde.

Immerhin wurden in Kanada bisher rekordverdächtige 9,2 Millionen Hektar Wald durch Waldbrände vernichtet. Das dürfte das Angebot spätestens im Herbst reduzieren, wenn die Lagerbestände zur Neige gehen. Deshalb sind die Holzpreise am Weltmarkt moderat gestiegen. Der Grund für die abgestürzten Holzpreise in der ersten Hälfte des Jahres 2023 war ein sehr großes inländisches und importiertes Angebot in Nordamerika und weltweit, das weiterhin einer stagnierenden Nachfrage hinterherlief. 

Höhere Zinssätze in Verbindung mit der Inflation, ein sinkendes Verbrauchervertrauen und Sorgen über eine mögliche Rezession waren einige der Schlüsselfaktoren, die sich negativ auf Hauskäufer und Holzpreise auswirkten, sagen Analysten. 

Die Baubeginne in den USA haben seit Jahresbeginn jedoch wieder zugenommen, liegen aber noch deutlich unter dem Durchschnitt der letzten zwei Jahre von 1,6 bzw. 1,55 Millionen Einheiten. Nach durchschnittlich 1,375 Millionen Baubeginnen in den ersten vier Monaten des Jahres stiegen die Baubeginne in den USA im Mai 2023 auf 1,63 Millionen. Im Juni gingen sie dann jedoch schon wieder auf 1,434 Millionen zurück.

Niedrige Holzpreise und steigende Nachfrage? - Vielleicht

Holzlager.

Analysten begründen die zwischenzeitliche  Preiserholung – neben den Waldbränden in Kanada – vor allem mit dem Mangel an Bestandsimmobilien in Nordamerika. Das hat an vielen Märkten zu einer steigenden Nachfrage nach Neubauten beigetragen, trotz der hohen und weiter steigenden Zinssätze. Außerdem wird erwartet, dass die Lieferungen aus Kanada, dem größten Lieferanten der USA, deutlich zurückgehen, nachdem Waldbrände über 9,2 Millionen Hektar  vernichtet haben. 

Im vorigen Jahr hat eine Reihe von Sägewerken in den USA und Kanada die Produktion entweder vorübergehend gedrosselt oder sie wurden endgültig geschlossen, was vor allem aufgrund der hohen Betriebskosten und dem schrumpfenden Angebot. Die Schnittholzpreise erreichten im Jahr 2021 ein Allzeithoch von 1.600 US-Dollar pro tausend board feet für Fichte, Kiefer und Tanne (SPF) und kletterten im Jahr 2022 nochmals fast auf Rekordwerte von 1.410 US-Dollar pro tausend 1000 board feet. 

Doch der Umsatz der Sägewerke war trotz der sehr hohen Preise geschrumpft: „Es wurde nicht viel verkauft“, sagte Keta Kosman, Analystin und Inhaberin des Madison Lumber Reporters. „Unternehmen verkaufen lieber 40 Waggons für 800 US-Dollar als vier Waggons für 1.600 US-Dollar.“„Die Abwärtskorrektur war dann ziemlich scharf“, sagte Kosman. „Und die Preise fielen sehr viel stärker als zu erwarten gewesen war.“ Kosman rechnet indessen damit, dass die extreme Volatilität der Schnittholzmärkte aus den Jahren 2021 und 2022 erst einmal vorbei ist, und in diesem Jahr stabilere, normale Preise zu erwarten sind.

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