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Holzmarkt und Holzpreise

Holzpreise kommen ins Rutschen – Sägewerke kaufen sehr kurzfristig

Rundholz.
am Donnerstag, 20.04.2023 - 16:01 (Jetzt kommentieren)

Für Sägerundholz geben die Preise im April etwas nach. Grund ist der anhaltende Preisdruck vom Bauholzmarkt. Zahlreiche Waldbesitzer berichten zudem, über sehr kurzfristige Verträge mit den Sägewerken. Grund ist die große Verunsicherung über die weitere Markt- und Preisentwicklung.

Fichtenholz.

Am Markt für Nadelsägerundholz geben die Preise im April leicht nach. Das dies eine größere Korrektur der hohen Preise einleitet ist jedoch nicht zu erkennen. Dennoch beschreiben viele Waldbesitzerverbände die Absatzlage als sehr unsicher und mit nur sehr kurzfristig vereinbarten Preisen.

Die Preise für Fichten-Sägerundholz können sich knapp behaupten. Von einigen Waldbesitzerverbänden werden Preissenkungen von etwa 5 Euro gemeldet. Die Preise für Kurzholz (2b+ Güte B) liegen überwiegend bei 110 Euro je Festmeter (fm). Im Schnitt werden Preise von 105 bis 115 Euro/fm genannt. Für Käferholz wurden die Preise zwischen 75 Euro und 85 Euro/fm gezahlt.

Für Kieferrundholz melden die Waldbesitzerverbände ebenfalls Preisabschläge von bis zu 5 Euro – die Preise liegen im April überwiegend zwischen 75 Euro und 85 Euro/fm. Die Rundholzeinkäufer der großen Werke kaufen weiter sehr zurückhaltend ein. Vereinbarungen mit Sägewerken gelten oftmals nur über sehr kurze Zeiträume. Dementsprechend groß bleibt die Unsicherheit über die weitere Preisentwicklung.

In etlichen Regionen hat es im April moderate Preissenkungen zu den Vormonaten gegeben. Der Grund: Der Absatz von Schnittholz insbesondere von Bauholz, steht international – und wohl auch in Europa - unter Druck. Teilweise sind die Preise hier deutlich gefallen und es wurden deshalb bereits deutliche Produktionskürzungen gemeldet. Diese Entwicklung ist nun auch am Rundholzmarkt zu spüren.

Preisedruck bei Industrie- und Energieholz

Energieholz.

Druck kommt auch von den fallenden Preisen am Energiemarkt – also bei Heizöl, Strom, Gas und Holzpellets. Weitere negative Faktoren sind die anhaltend hohen Inflationsraten, die fortgesetzten Leitzinserhöhung der Zentralbanken und die daraus resultierend steigenden Bau.

Schwieriger wird die Absatzlage deshalb auch bei Energie- und Industrieholz. Hier sinkt die Nachfrage aufgrund der auslaufenden Heizperiode und der stark rückläufigen Einkäufe der Papier- und Faserindustrie. Das hat zur Folge, dass die hohen Preise der vergangenen Monate unter Druck geraten sind.

Waldbesitzer berichten, dass die verringerte Nachfrage nach Holz geringerer Qualität nicht nur zu einem regionalen Aufbau von Waldlagern führt, sondern eben auch die Preise unter Druck setzt. Je nach Vertragsabschluss und Qualität ist derzeut eine große Bandbreite bei den Preisen zu beobachten.

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