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Brennholz

Holzdiebe verursachen Millionenschäden

Brennholz ist begehrt, auch bei Dieben. Der Schaden geht inzwischen in die Millionenhöhe.
am Dienstag, 16.08.2022 - 14:00 (1 Kommentar)

Alles wird teurer, auch Brennholz: Das ruft Diebe auf den Plan. Die Diebstahlsquote steigt.

Die Energiekrise sorgt für Unsicherheit, Holz ist als Alternative gefragt. Ebenso wie der Gaspreis steigt jedoch auch der Holzpreis. Was dazu führt, dass nicht jeder das Holz auch bezahlt, das er haben will.

Der Trend zum Holzdiebstahl ist Folge einer gewissen Marktlogik, so der Waldeigentümer-Verband AGDW: „Je höher der Holzpreis, desto größer die Diebstahlsquote.“ Große Betriebe rechneten mit einer Größenordnung um 0,5 bis 2 Prozent des Jahreseinschlags, sagte Verbandssprecher Jürgen Gaulke. Der Schaden belaufe sich bundesweit inzwischen auf mehrere Millionen Euro jährlich.

Brennholz ist deutlich teurer

Brennholz ist zuletzt deutlich teurer geworden: Ein Festmeter kostete 2021 laut AGDW noch zwischen 60 und 70 Euro. Mittlerweile sind es 100 bis 200. Wenn man denn Holz bekommt, viele Händler können nur noch ihre Stammkunden beliefern, falls Holz verfügbar sein sollte.

Das Angebot an Brennholz ist insgesamt gesunken, seit 2018 konzentrieren sich viele Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer auf das Fällen von Fichtenwäldern mit Borkenkäferbefall.

Noch ist der Holzdiebstahl kein Massenproblem

Angesichts der Energiekrise wollen viele Menschen einen Vorrat anlegen, manche verhelfen sich dabei kostenlos zum Holz. Bei einer ADGW-Umfrage unter den Landesverbänden 2015 habe das Thema Holzdiebstahl noch keine Rolle gespielt. „Das hat sich definitiv geändert.“ Noch ist das kein Problem auf breiter Ebene, in aller Regel würden kleinere Mengen gestohlen.

Die Zahl der Fälle mit größeren gestohlenen Mengen nehme allerdings zu. Und es gebe erste Einzelfälle, in denen offenbar professionelle Diebe am Werk waren und bis zu 15 Festmeter Holz mitgehen ließen. „Dafür brauchten die Täter schon ein Spezialfahrzeug, manchmal sogar einen Kran“, sagte Gaulke. Der Schaden kann dann mehrere tausend Euro betragen. Immer mehr Waldeigentümer wehrten sich daher mit moderner Technik wie GPS-Sendern und Transpondern, die ans Holz gesetzt würden.

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