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Holzhackschnitzelfeuerung: Die richtige Anlage

© landpixel
von , am
22.06.2015

Gerade im land- und forstwirtschaftlichen Bereich haben sich Holzheizungen wie Hackschnitzel zum Standard entwickelt. Doch neue Grenzwerte verbreiten Unsicherheit. Worauf es beim Anlagenkauf ankommt, erfahren Sie hier.

Zum Befüllen des Vorratsbehälters einer Hackschnitzelfeuerung ist gute Zugänglichkeit wichtig. © Carsten Brüggemann
Holz wird auch weiterhin eine bedeutende Rolle in der Nutzung Erneuerbarer Energien spielen. Gerade auf land- und forstwirtschaftlichen Betrieben können Sie so eigene Materialien bequem und umweltfreundlich nutzen. Doch das Inkrafttreten der neuen Grenzwerte der Bundesimmissionsschutz-Verordnung im Januar 2015 sowie das derzeit geringe Preisniveau für fossile Energien hat viele verunsichert.
 
Carsten Brüggemann von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen fasst im Energie-Fachmagazin joule zusammen, was die Verordnung bedeutet und worauf Sie aktuell bei einer Hackschnitzelanlage achten sollten.

Einhaltung der reduzierten Grenzwerte

Bei neuen Feuerungen für Holzhackschnitzel müssen Sie nun reduzierte Grenzwerte unter anderem für Staub von 0,02 g/mÑ und für Kohlenmonoxid von 0,4 g/m3 Rauchgas einhalten. Der Kaminkehrer prüft diese wiederkehrend alle zwei Jahre im praktischen Betrieb des Kessels.
 
Die Einhaltung der Grenzwerte können Sie nur im Zusammenspiel von guter Brennstoffqualität, hochwertiger Anlagen- und Regeltechnik sowie sachkundiger Bedienung und Wartung der Anlage erreichen. Lassen Sie sich bei der Neuanschaffung einer Anlage die Einhaltung der Grenzwerte schriftlich im Vertrag bestätigen. Für bestehende Anlagen gibt es Übergangsfristen.

Bei Hackschnitzelqualität auf Herstellerangaben achten

Automatische Holzhackschnitzelfeuerungen holen sich den benötigten Brennstoff bedarfsgerecht aus entsprechenden Vorratsbehältern. Die Hackschnitzelqualität sollte den Angaben des Kesselherstellers entsprechen. Wenn Sie langfristig planen, auch andere Biobrennstoffe zu nutzen, sollten Sie dies bei der Wahl der Feuerung berücksichtigen.

Rückbrände vermeiden

Sprinkleranlagen, Brandschutzklappen, Fall- oder Zellenradschleusen in den Zuführkanälen vermeiden Rückbrände in den Vorratsbereich. Hochwertige Regelungen lassen gute Verbrennungsqualitäten erreichen. Lambdasonden im Rauchgasstrom messen die Sauerstoffkonzentration der Abgase, so dass die Verbrennungsluft optimal dosiert werden kann.

Der Kessel sollte außerdem über eine sogenannte Rücklaufanhebung in das Heizsystem eingebunden werden. So kann er schnell auf Temperatur kommen und mangelhafte Verbrennungsqualitäten sowie Kondensatbildung während der Anheizphase reduziert werden.

Wichtig: Gute Brennstoffqualität und optimale Lagerung

Damit Sie die hohen Emissionsanforderungen erreichen können, ist in der Praxis zunächst eine gute Brennstoffqualität, das heißt trockene und saubere Holzhackschnitzel, erforderlich. Somit müssen Sie auch ein entsprechendes Lager für die Hackschnitzel schaffen, in dem das Material möglichst vor Regen geschützt ist und auch noch trocknen kann.

Primäre und sekundäre Optimierungsmaßnahmen

Modernen Hackschnitzelfeuerungen arbeiten heute mit automatischen Zündungen. © Carsten Brüggemann
Die Kesselhersteller versuchen zunächst Optimierungen der Verbrennungsqualität durch primäre Maßnahmen wie verbesserte Regeltechnik oder Veränderungen in den Feuerungszonen zu erreichen. Erzielen Sie damit nicht den erwarteten Erfolg, sind sekundäre Maßnahmen wie der Einsatz von Filtersystemen erforderlich. Derzeit entwickelt man unterschiedliche Filter, die zugelassen und möglichst auch vom Hersteller für die Anlage empfohlen werden sollten. Hier scheinen sich besonders für kleinere Feuerungen Elektrofilter durchzusetzen.

Besonders für großen Wärmebedarf geeignet

Je größer der Wärmebedarf ist, desto eher rechnet sich eine Feuerung für Holzhackschnitzel, da Holz als Brennstoff im Vergleich zu anderen Energien recht preisgünstig ist. Hohe Kosten für Filter können die Wirtschaftlichkeit von Holzhackschnitzelfeuerungen in Frage stellen. Förderprogramme können die Wirtschaftlichkeit entsprechender Anlagen verbessern, auch Filter können über diese Programme gefördert werden.

Übergangsfristen

Übergangsfristen Einzelfeuerungen
Zeitpunkt der Errichtung, Datum auf dem Typenschild / Frist: Zeitpunkt der Nachrüstung bzw. Außerbetriebnahme
  • Bis einschließlich 31.12.1974 oder Datum nicht mehr feststellbar / Frist: 31.12.2014
  • 01.01.1975 – 31.12.1984 / Frist: 31.12.2017
  • 01.01.1985 – 31.12.1994 / Frist: 31.12.2020
  • 01.01.1995 bis zum Inkrafttreten der Verordnung / 31.12.2024 
Übergangsfristen Kessel
Zeitpunkt der Errichtung des Holzkessels / Frist: Zeitpunkt für Einhaltung der Grenzwerte Stufe 1
  • Bis einschließlich 31.12.1994 / Frist: 01.01.2015
  • 01.01.1995 – 31.12.2004 / Frist: 01.01.2019
  • 01.01. 2005 – 01. 03. 2010 / Frist: 01.01.2025

 

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