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Internationale Energieagentur: Lob und Tadel für die Energiewende

von , am
25.05.2013

Die Internationale Energieagentur beurteilt in ihrem aktuellen Länderbericht die Energiewende in Deutschland. Lob gibt es für das EEG, Tadel für die Förderpolitik im Wärmebereich.

Bis zum Jahr 2030 soll der Ausstoß von Kohlendioxid um bis zu 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert werden. © Mühlhausen/landpixel
Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht Deutschland mit seinen Beschlüssen zur Energiewende auf einem guten Weg und lobt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als sehr effektives Ausbauinstrument, das die Kosten für die Erzeugung regenerativer Energien in den letzten Jahren entscheidend gesenkt habe. Das geht aus dem aktuellen IEA-Länderbericht "Deutschland 2013" hervor.
 
 

Steuererleichterung im Industriesektor zurückfahren

Die Versorgungssicherheit in Deutschland hält die IEA trotz Atomausstieg für gewährleistet, auch stünden hierzulande in den nächsten Jahren ausreichend Erzeugungskapazitäten bereit. Die Autoren des Länderberichts weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei der Überarbeitung des Energiemarktdesigns keine Eile bestünde. Gleichzeitig mahnt die IEA, dass die Kosten und auch die Vorteile der Energiewende gleichmäßig und fair verteilt werden müssten. Während Industrieunternehmen von Befreiungen und gesunkenen Börsenstrompreisen durch die Erneuerbaren Energien profitierten, kämen derlei Preissenkungen bei Privathaushalten bislang nicht an, so die Autoren. Auch gelte es, die Steuererleichterungen für den Industriesektor zurückzufahren.

Landwirtschaft soll in Zertifikatehandel einbezogen werden

Im Hinblick auf die niedrigen Preise für Emissionshandelszertifikate sieht die IEA die deutschen Klimaschutzziele gefährdet und empfiehlt die Einbeziehung von Sektoren, die vom Emissionshandel bislang unberücksichtigt bleiben (bspw. Luftfahrt, Landwirtschaft und der Gebäudebereich). Darüber hinaus kritisiert die IEA, das es Deutschland weiterhin an einer konsistenten und verlässlichen Förderpolitik für den Ausbau Erneuerbarer Energien im Wärmebereich fehle - immerhin jener Bereich mit dem höchsten Klimaschutzpotenzial.
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