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Internationale Nachhaltigkeits-Indikatoren für Bioenergie beschlossen

von , am
05.07.2011

Darmstadt/Rom - Die weltweite Bioenergie-Partnerschaft (GBEP) hat nach drei Jahren Verhandlungen umfassende Nachhaltigkeitsindikatoren für Bioenergie auf globaler Ebene beschlossen.

Bis zum Jahr 2030 soll der Ausstoß von Kohlendioxid um bis zu 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert werden. © Mühlhausen/landpixel
Wie das Öko-Institut als einer der wissenschaftlichen Begleiter bekanntgab, sollen die 24 Indikatoren als Leitfaden für künftige nationale Bioenergie-Strategien dienen. Die Regierungen könnten daran überprüfen, ob Politiken, Programme und Projekte nachhaltig seien. Uwe R. Fritsche, Projektleiter am Öko-Institut, betonte, erstmals hätten Industrie- und Entwicklungs- sowie Schwellenländern gemeinsam Prüfkriterien entwickelt. Rechtlich verpflichtend seien sie aber nicht.
 
Die GBEP war 2005 als Teil des G8-Aktionsplans von Gleneagles zu Klima und Energie ins Leben gerufen worden. Daran beteiligt sind 23 Länder und 13 internationale Organisationen, darunter die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die Internationale Energieagentur (IEA), die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) und die Europäische Biomasse-Vereinigung (EUBIA). Ziel dieser Initiative ist es, Anstrengungen zur Förderung der Bioenergie auf eine internationale Basis zu stellen. Die Arbeiten zu den GBEP-Nachhaltigkeitsindikatoren begannen im Jahr 2008 unter Leitung von Großbritannien.

Nahrungsmittelpreise berücksichtigen

Die Nachhaltigkeits-Indikatoren beziehen sich auf Veränderungen der Umwelt, der sozialen Bedingungen und der wirtschaftlichen Situation. Unter anderem sollen die durch die Bioenergieproduktion verursachten Emissionen von Treibhaus- und anderen Gasen berücksichtigt werden, ebenso die Effekte auf Boden- und Wasserqualität. Des Weiteren sollen Veränderungen der Biodiversität und Landnutzung einkalkuliert werden. Landzugang, Einkommenseffekte, mögliche Arbeitsplätze und notwendige Infrastrukturen gehören ebenfalls zum Anforderungskatalog dazu. Ein weiteres Augenmerk liegt auf den Nahrungsmittelpreisen und der Lebensmittelverfügbarkeit.

Umsetzung auf Länderebene als Ziel

Fritsche betonte, die gefundenen 24 Indikatoren seien wesentlich umfassender als die Nachhaltigkeitsanforderungen der EU für flüssige Bioenergieträger. Allerdings sind diese gesetzlich vorgeschrieben. Mit der gefundenen Einigung geht die Arbeit der GBEP laut Öko-Institut in eine neue Phase, in der die Anwendung und Umsetzung der Indikatoren auf nationaler Ebene weltweit gefördert werden soll. An den offenen Fragen, beispielsweise zu indirekten Effekten des Anbaus von Bioenergieträgern, werde weiter gearbeitet, sagte Fritsche.
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