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Solar

Intersolar Europe: Nur noch heute geöffnet

von , am
10.06.2011

München - Letzte Chance: Heute ist der letzte Tag der weltweiten Leitmesse im Solar-Bereich, der Intersolar Europe.

Der indische Minister für Neue und Erneuerbare Energien Farooq Abdullah betonte bei der Eröffnung am Mittwoch die Wichtigkeit internationaler Kooperationen beim Ausbau erneuerbarer Energien in Indien und weltweit. Damit zeigte sich schon beim Auftakt auch symbolisch die große Internationalität der Messe: Bis heute präsentieren 2.280 Unternehmen aus 47 Ländern Produkte und Dienstleistungen. 57 Prozent der Aussteller kommen 2011 aus dem Ausland zur Intersolar Europe nach München.

Intersolar AWARD verliehen

Am Mittwoch wurde bereits zum vierten Mal in Folge der Intersolar AWARD verliehen. Der internationale Preis der Solarwirtschaft würdigt Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Photovoltaik und Solarthermi sowie der Kategorie PV Produktionstechnik. Jeweils drei Unternehmen wurden prämiert.

Die Gewinner im Bereich Photovoltaik

Die Photovoltaik Jury zeichnete unter den zehn nominierten Unternehmen drei mit dem Intersolar AWARD aus.
 
Die Autarcon GmbH, Kassel hat sich auf die Wasseraufbereitung für strukturarme Regionen spezialisiert. In vielen Regionen der Welt herrscht eine Unterversorgung mit sauberem Wasser. Autarcon stellt nach Ansicht der Jury dazu eine zuverlässige mechanische Anlage zur Förderung, Filterung und Desinfektion von Wasser zur Verfügung. Das "SuMeWa|SYSTEM" von Autarcon erzeugt selbständig Strom und ist damit unabhängig von einer externen Energieversorgung. Dank elektrolytisch erzeugten Chlors wird das Wasser entkeimt und lässt sich problemlos speichern. Bei der Lösung von Autarcon überzeugte die Jury die einfache Technik, deren Wartung größtenteils per Zahnbürste und Zitronensäure erfolgen kann. Die Lösung ist geeignet für die Massenproduktion und für den Einsatz in Schwellen- und Entwicklungsländern, wo es helfen kann, die Lebensgrundlage von 800 Millionen Menschen zu sichern, die täglich verunreinigtes Wasser trinken müssen. Aus Sicht der Jury handelt es sich dabei um eine beispielhafte ökologische Lösung.
 
Die BELECTRIC Drive GmbH, Kolitzheim, stellt eine neuartige Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Dazu entwickelte das Unternehmen Technologien zur Verknüpfung eines regenerativ gespeisten Stromnetzes mit der Elektromobilität der Zukunft. Ein lokales Lastenmanagement-System stimmt die Ladezeiten der Elektroautos mit der Sonnenstromerzeugung ab. Auf diese Weise wird der Sonnenstromanteil in den Fahrzeugbatterien maximiert und der Bezug von teurem Spitzenlaststrom vermieden. Die zugehörige Ladebox ist modular aufgebaut, flexibel anpassbar und koppelt Solarstrom und Elektromobilität zu einer schlüssigen Lösung. Das System ist so aufgebaut, dass Autofahrer die getankte Energie mit dem Parkscheinautomaten abrechnen können. Die Jury überzeugte dabei vor allem, dass das System vom ersten bis zum letzten Schritt überzeugend durchdacht ist.
 
Die Aluminium Féron GmbH & Co. KG, Düren, ist spezialisiert auf die Beschichtung und Laminierung bahnförmiger Materialien. Folien für die Rückseitenbeschichtung von Photovoltaikmodulen sind ein wesentlicher Bestandteil photovoltaischer Systeme. Die neuen "HelioX PV® backsheets CPC" des Unternehmens erhöhen die Effizienz von kristallinen Solarmodulen und zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer aus, was zu geringeren Produktionskosten und damit zu Preisvorteilen für den Kunden führt. Funktionstüchtige Module mit der neuen Folie durchlaufen derzeit noch einige Tests, doch die Folie selbst hat alle Einzeltests mit Bravour bestanden, was auch die Jury überzeugte.

Die Gewinner im Bereich PV Produktionstechnik

Auch die Jury für den Bereich PV Produktionstechnik wählte drei Gewinner aus. Prämiert wurden in dieser Kategorie Unternehmen, die sich durch besondere Innovationen im Bereich von Maschinen, Rohstoffen und Dienstleistungen für die Produktion von Photovoltaikmodulen und -zellen hervorgetan haben.
 
Die Erzeugung erneuerbarer Energien fordert auch eine nachhaltige Wertschöpfungskette für die Technologien und Produkte, die dazu eingesetzt werden. Diesem Thema hat sich die die Decker Anlagenbau GmbH, Berching, gewidmet. Das Unternehmen ist spezialisiert auf nasschemische Anlagen für die Photovoltaik, die Halbleiter- und die metallverarbeitende Industrie. Jetzt ist es dem Unternehmen erstmals gelungen, feinteilige Siliziumreste mit einem optimalen Einsatz von Chemikalien wiederzuverwerten. Dafür hat Decker Anlagenbau eine technologisch sehr anspruchsvolle Lösung entwickelt, die sich für Korngrößen von bis zu 0,1 mm eignet. Die neuen Möglichkeiten die sich daraus für das Recycling von Silizium ergeben, haben die Jury überzeugt.
 
Die Manz Automation AG, Reutlingen, ist ein international tätiges Maschinenbau Unternehmen. Mit der neuen Produktionsanlage "Manz One Step SE" ist es Manz Automation gelungen, eine vollautomatisierte Produktionsanlage zu entwickeln. Sie erzeugt aufgrund eines laserbasierten Prozesses mit höchster Präzision hochdotierte Bereiche im Emitter einer kristallinen Silizium Solarzelle. Damit erhalten die Solarzellen die gewünschte elektrische Leitfähigkeit. Nach Ansicht der Jury zeichnet sich die Lösung durch besondere Effizienz und Wirtschaftlichkeit aus, weshalb das Unternehmen dafür mit dem Intersolar AWARD geehrt wird.
 
Die NanoFocus AG, Oberhausen, entwickelt technologische Lösungen für die optische dreidimensionale Oberflächenanalyse im Mikro- und Nanometerbereich. Mit dem neuen Messsystem "µsurf solar 2" widmet sich das Unternehmen der Qualitäts- und Prozesskontrolle in der Fertigung von Solarzellen. Nach Ansicht der Jury erlaubt das neue System eine deutliche Verbesserung der Qualitätskontrolle in der Fertigung hinsichtlich Schnelligkeit, Handhabung und Zuverlässigkeit und das bei höchster Präzision.

Die Gewinner im Bereich Solarthermie

Ähnlich wie in der Photovoltaik ist auch die technologische Entwicklung der Solarthermie derzeit getrieben von der Entwicklung preiswerter Angebote für Wohnhäuser und industrielle Anlagen. Auch hier gilt das Augenmerk also innovativen und vor allem effizienten Lösungen. Die Solarthermie Jury zeichnete unter den zehn nominierten Unternehmen drei mit dem Intersolar AWARD aus, die diese Anforderungen in besonderer Weise erfüllen.
 
Die Absolicon Solar Concentrator AB, Härnösand/Schweden, verbindet die Erzeugung von Sonnenstrom mit der Nutzung der Sonnenwärme, mit Hilfe so genannter PVT Kollektoren. Der "Absolicon X10 PVT" ist der erste konzentrierende PVT-Kollektor, bei dem die Wärmeerzeugung im Vordergrund steht. Nach Ansicht der Jury ermöglicht die technische Konstruktion dabei einen signifikant höheren Ertrag als bei bisherigen Systemen. Dabei überzeugten die Jury vor allem der erfolgreiche Einsatz in ersten Objekten und die in Prüfberichten dokumentierten Technikeigenschaften.
 
Die Dr. Vetter Gesellschaft für Medizinische Datentechnik, Bio- und Umwelttechnik mbH, Baden-Baden, entwickelt Lösungen im Bereich der Meß- und Regeltechnik. Der von dem Unternehmen entwickelte Parabolrinnenkollektor "IT.collect" bietet nach Ansicht der Jury vielfältige Montagemöglichkeiten, beispielsweise auf schrägen Industriedächern oder öffentlichen Einrichtungen, die bisher nicht oder nur bedingt für eine Nutzung geeignet waren. Das System besteht aus günstig zu produzierenden Kunststoffkomponenten und ist modular erweiterbar. Solares Kühlen und Solare Prozesswärme können dabei jeweils mit einem hohen Ertrag nutzbar gemacht werden.
 
Savo-Solar Oy, Mikkeli/Finland und Hydro Aluminium Precision Tubing, Tønder/Dänemark überzeugten die Jury mit einem Gemeinschaftsprojekt, dem "Savo-Solar Al-MPE" Absorber, der vollständig aus speziell legiertem Aluminium gefertigt ist. Der neue Absorber ist preiswert in der Herstellung und die Länge des Absorbers und damit auch die Größe der Absorberfläche sind frei wählbar. Erreicht wurde dies unter anderem durch die Entwicklung eines Beschichtungsprozesses im Batchbetrieb, der die Bandbeschichtung ermöglicht und durch den Wegfall von Produktionsschritten die für andere Absorberlösungen nötig sind, was die Jury letztendlich überzeugte.
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