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Biogas

Kleegras macht die Biogasanlage nachhaltig

© Hallerndorf Naturstrom AG
von , am
02.05.2014

Hallerndorf - Seit zwei Jahren wird die Biogasanlage Hallerndorf mit mehr als 50 Prozent Kleegras betrieben. Jetzt zogen die Betreiber Bilanz.

In die EEG-Reform hat sich ein Fehler eingeschlichen: ein Großteil der Biogasanlagen ist davon betroffen. © Naturstrom AG
Die Vorzeige-Biogasanlage Hallerndorf habe nach zwei Jahren Betrieb alle Erwartungen übertroffen, sagen ihre Betreiber: vier zertifizierte Biolandwirte und der Stromanbieter Naturstrom AG.
 
Die Anlage wird zu mehr als 50 Prozent mit Kleegras gefüttert, außerdem mit Mist und Gülle - Reststoffe, die während des landwirtschaftlichen Betriebs ohnehin anfallen.


Prognosen um über sechs Prozent übertroffen

Wie eine erste größere Zwischenbilanz nach zwei Jahren Volllastbetrieb zeige, sei das nachhaltige Konzept der Biogasanlage Hallerndorf voll aufgegangen. Der Ertrag liege spürbar über den Erwartungen: Im Schnitt produzierte die Anlage in den Betriebsjahren 2012 und 2013 mehr als 2,1 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom und fast 2,3 Millionen kWh Wärme. Damit wurden die Prognosen um über sechs Prozent übertroffen. "Eine rundum nachhaltige Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse ist im Rahmen des EEG wirtschaftlich möglich", resümiert daher Dr. Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG. Denn trotz des innovativen Charakters komme die Anlage ohne Forschungszuschüsse aus.
 
Verbessert werde die Bilanz der Anlage durch eine sinnvolle Nutzung der Abwärme, die bei der Verstromung des Biogases in einem Blockheizkraftwerk entstehe. Über ein Nahwärmenetz werde sie an einen nahegelegenen Logistikbetrieb geliefert. Rund 80 Tonnen CO2 werden dadurch jährlich vermieden. Zwei Photovoltaikanlagen auf dem Betriebsgelände mit insgesamt 286 Modulen liefern zudem sauberen Strom für den Eigenverbrauch der Biogasanlage. 

Biolandwirte bauen Kleegras regelmäßig an

In der Fruchtfolge der Biolandwirtschaft wird Kleegras regelmäßig angebaut, damit sich die Böden erholen können. "Kleegras bindet über die Wurzeln Stickstoff aus der Luft und verbessert dadurch die Bodenqualität", erläutert Christof Thoss, Bereichsleiter Bioenergie bei Naturstrom.
 
Anders als bei konventionell betriebenen Biogasanlagen werden die Pflanzen also nicht extra für die Energiegewinnung angebaut. "Die Biogasanlage fügt sich in den bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb ein - nicht umgekehrt", so Thoss. "Die Anlage ist vollständig in den Nährstoffkreislauf des Ökolandbaus integriert und mit ihrer Auslegung perfekt darauf abgestimmt." Die beteiligten Landwirte bringen die Gärreste als hochwertigen Bio-Dünger auf ihren Feldern aus. Schätzungsweise 15 bis 20 Prozent landwirtschaftliche Mehrerträge erzielten sie so in den beiden Betriebsjahren. 
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