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Erneuerbare Energien

Koalition einig: Neues EEG kommt zum Jahreswechsel

Windkraft und Solarzellen auf einem Bauernhof
am Montag, 14.12.2020 - 12:55 (Jetzt kommentieren)

Die Koalition hat sich auf eine EEG-Reform für den schnelleren Ausbau von Ökostrom in Deutschland verständigt.

Nach langen Verhandlungen einigten sich CDU, CSU und SPD über noch offene Punkte bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), wie Vertreter der Fraktionen am Montag der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Dazu gehören Regelungen zum weiteren Betrieb älterer Solar- und Windkraftanlagen, die bald kein Fördergeld mehr bekommen.

Daneben geht es um eine finanzielle Beteiligung für Gemeinden, in deren Gebiet Windkraftanlagen gebaut werden. Ziel ist, die Akzeptanz von Windrädern bei den Anwohnern vor Ort zu erhöhen.

Ältere Windkraftanlagen sollen nicht vom Netz gehen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Nach den Plänen der Koalition soll der Eigenverbrauch von selbst produziertem Solarstrom attraktiver werden, auch für Solaranlagen auf Mietshäusern sind Vereinfachungen geplant. Die EEG-Reform soll noch in dieser Woche von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden, damit sie zum 1. Januar in Kraft treten kann.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sprach am Montag von sehr wichtigen Verbesserungen, die erzielt werden konnten. Der „Unsinn“, dass funktionstüchtige Windräder vom Netz genommen werden, sei abgewendet worden, sagte sie mit Blick auf ältere Bestandsanlagen. Dies sei ein ganz wichtiges Signal. Die Windkraftbranche hatte befürchtet, dass alte Windräder stillgelegt werden, weil sie nach dem Auslaufen der Förderung unrentabel werden.

Schulze will erneut über Ausbaupfad verhandeln

Eine mögliche Anhebung des Ausbauziels bis 2030 verschob die Koalition allerdings auf das erste Quartal. Vergangene Woche hatten die EU-Staaten sich auf ein höheres Klimaschutz-Ziel für 2030 geeinigt, das auch für Deutschland Folgen haben dürfte. Bisher strebt die Bundesregierung an, den Anteil von Ökostrom am Stromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent zu steigern. 

Schulze sagte, es sei wichtig, dass man im kommenden Jahr noch mal an den Ausbaupfad heranwolle. Sie hatte sich dafür ausgesprochen, das Ausbauziel zu erhöhen.

Erneuerbare decken 46 Prozent des Stromverbrauchs

Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch wird für das Gesamtjahr 2020 bei etwa 46 Prozent liegen, gut vier Prozentpunkte über dem Wert für 2019. Das ergibt eine vorläufige Auswertung der Geschäftsstelle der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) am Umweltbundesamt (UBA). Der Anstieg ist mit einer Zunahme der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen um 5 Prozent, aber insbesondere mit einem Rückgang des Stromverbrauchs infolge der Corona-Pandemie zu erklären.

Der Anstieg der regenerativen Stromerzeugung ist zudem zu etwa zwei Dritteln auf den außergewöhnlich stürmischen Februar zurückzuführen. Verteilt über die restlichen Monate sorgten Photovoltaik und Offshore-Windkraft für einen leichten Zuwachs an Strom aus erneuerbaren Energien.

Mehr Strom aus Sonne und Wind

Zubau von EEG-Anlagen

Das Wachstum der erneuerbaren Stromerzeugung kann im Wesentlichen auf die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen mit einem Plus von 10 Prozent auf 51 Mrd. kWh und von Windenergieanlagen mit einem Zuwachs von 7 Prozent auf 135 Mrd. kWh zurückgeführt werden. Die Stromerzeugung aus Biomasse blieb mit 44 Mrd. kWh im Vergleich zum Vorjahr in etwa konstant. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft (19 Mrd. kWh) gab um 5 Prozent nach.

Bei der Photovoltaik trug der Zubau an neuen Anlagen zum Wachstum der Stromerzeugung bei. So beträgt die neu zugebaute Leistung im Jahr 2020 voraussichtlich etwa 4.400 Megawatt (MW). Bei der Windenergie an Land ist der Trend bei der Anlagenentwicklung entgegengesetzt. Während 2017 noch ein Rekordzubau von 4.891 MW erreicht wurde, sank seither die Zahl neuer Windenergieanlagen deutlich. Im Jahr 2020 wird eine neu installierte Leistung von maximal 1.200 MW erwartet, der viertniedrigste Wert seit dem Jahr 2000 und nur wenig mehr als 2019 (865 MW).

Mit Material von dpa
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