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Erneuerbare Energien

Leitfaden Biogas-Ausschreibungen: Das ist zu beachten

Biogasspeicher, Biogasanlage, Biomethananlage
© Ökobit GmbH
von , am
14.07.2017

Am 1. September endet die erste Ausschreibung für Biogasanlagen nach dem neuen EEG. Der Fachverband Biogas und der DIHK haben dazu jetzt einen Leitfaden aufgelegt.

Es besteht für neue Biomasseanlagen bis einschließlich 150 kW installierter Leistung keine Möglichkeit sich an Ausschreibungen zu beteiligen. Biomasseanlagen dieser Anlagengröße unterliegen dem Grundsatz der verpflichtenden Direktvermarktung.

Mit Biomasse betriebene Bestandsanlagen können allein im Rahmen einer Ausschreibung eine Anschlussförderung erhalten. Für diese gilt die 150 kW-Grenze nicht. Daher kann beispielsweise eine Biogasanlage mit 35 kW installierter Leistung nur eine Anschlussförderung erwerben, wenn diese einen entsprechenden Zuschlag in der Ausschreibung erhält. Voraussetzung ist jedoch, dass der bisherige Zahlungsanspruch nach dem jeweils auf die Anlage anzuwendenden EEG zum Zeitpunkt der Ausschreibung nur noch für höchstens acht Jahre besteht.

Die Ausschreibung ist vor allem für Biogasanlagen relevant, die mit dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 ans Netz gegangen sind. Für sie läuft die erste Vergütungsphase Ende 2020 aus.

Was ist das Marktprämienmodell?

Die Erlöse im Rahmen des Marktprämienmodells bestehen zum einen aus der Marktprämie und zum anderen aus den dem Anlagenbetreiber zustehenden Erlösen, die durch den Verkauf des Stroms, regelmäßig über die Börse, erzielt werden. Anders als noch nach dem EEG 2014 kann für Bestandsanlagen im Rahmen des Ausschreibungssystems nicht mehr zusätzlich die Managementprämie geltend gemacht werden. Diese wurde in den anzulegenden Wert eingepreist.

Dies bedeutet, dass Vermarktung des Stroms nicht mehr gesondert gefördert wird. Weiterhin kann der Anlagenbetreiber aber Zusatzerlöse durch die Erbringung von Systemdienstleistungen erzielen (Regelenergie, etc.). Für die Stromerzeugung aus Biogas ist zudem vorgesehen, dass der Anlagenbetreiber zusätzlich den Flexibilitätszuschlag (§ 50a Abs. 1 Nr. 2 EEG 2017) geltend machen kann. Dieser beträgt 40 Euro pro kW installierter Leistung und Jahr.

Gebot muss sorgfältig gestellt werden

Der jährliche Gebotstermin für Biomasseanlagen ist am 1. September eines Jahres. Ausschreibungs-Gebote, die den Anforderungen nicht genügen bzw. die Formatvorgaben der Bundesnetzagentur nicht erfüllen, werden von der Ausschreibung ausgeschlossen. Bieter, die den Gebotswert nicht mit zwei Nachkommastellen angaben, wurden beispielsweise nicht zugelassen. Die Bundesnetzagentur weist ausdrücklich darauf hin, dass handschriftlich ausgefüllte Formulare nicht zugelassen werden.

Zu beachten ist, dass die installierte Leistung der Anlagen, für die ein Gebot abgegeben wird, – unabhängig von der Höhe der Gebotsmenge – 20 MW nicht überschreiten darf.

Ebenso wichtig wie die Gebotsmenge ist der Gebotswert. Bei der Ermittlung des Gebotswerts müssen Bieter die Stromgestehungskosten ermitteln. Dabei sind die Vergütungsvoraussetzungen des EEG 2017 mit einzubeziehen. So beschränkt das EEG 2017 beispielsweise den Einsatz von Mais und Getreidekorn (sog. Maisdeckel).

Broschüre zum Herunterladen

Die Broschüre bietet in zehn Kapiteln auf 46 Seiten umfassende Informationen und hilfreiche Tipps. Der Leser findet Antworten auf die zentralen Fragen: Wann und warum muss ich in die Ausschreibung? Was muss ich tun und wie fülle ich das Formular korrekt aus? Welche Vergütungsvoraussetzungen sind zu beachten und wie läuft das Zuschlagsverfahren?

Mit dem Leitfaden richten sich die beiden Verbände an Betreiber von Bestandsanlagen, an potenzielle Betreiber neuer Anlagen sowie an Firmen, die diese Anlagen bauen beziehungsweise warten.

Die Broschüre kann hier als .pdf heruntergeladen werden.

Die aktuelle Ausschreibung ist veröffentlicht unter www.bundesnetzagentur.de/bioausschreibungen17.

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