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15. Husum Wind 2017 eröffnet

Messe in der Heimat des Windes

Messerundgang Husum, Daniel Günther
© Catrin Hahn
von , am
13.09.2017

Der neue Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Daniel Günther, nahm sich Zeit für einen ausführlichen Rundgang zu den Höhepunkten in den fünf Messehallen. Vom 12. bis 15. September zeigen knapp 700 Aussteller aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland eine Fülle an Innovationen, ergänzt um ein vielseitiges Kongressprogramm mit über 100 Foren, Workshops, Podiumsdiskussionen, Seminaren und Exkursionen.

Windmesse im hohen Norden

Auf der Eröffnungs-Pressekonferenz gab Günther ein klares Statement zur Windenergie im nördlichsten Bundesland ab. Dort hatten zuletzt, nachdem das Land über Jahrzehnte führend im Windkraftausbau war, politische und gesellschaftliche Diskussionen den Ausbau bzw. das Repowering gebremst. Günther sagte dazu: "Ich habe großes Interesse am Ausbau der Windenergie, sie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“ Angesprochen auf den regional auftretenden Widerstand gegen einen weiteren Ausbau in Schleswig-Holstein sagte er: „Es gab einige Verwerfungen in unserem Land, deshalb müssen wir innehalten, sortieren und uns neu besinnen. Wir wollen die Potenziale nutzen, aber wir müssen auch die Leute mitnehmen.“

Branche im Umbruch

Großes Thema auf dem Podium waren die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunden und die bevorstehende Bundestagswahl. Die Branche erlebt einen Umbruch – erkennbar an einem messbaren Rückgang des Zubaus und daraus folgend an den ersten angekündigten Entlassungen bei Herstellern. Hermann Albers, Präsident des Branchenverbandes WindEnergie, forderte denn auch ein klares Bekenntnis zu den Klimazielen, die sich Deutschland gesteckt hat: „Wir sollten treibende Kraft bleiben in Deutschland und nicht Getriebene werden.“

Offizielles Partnerland der Messe ist in diesem Jahr Nordrhein-Westfalen. Christoph Dammermann, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, betonte auf der Pressekonferenz die Rolle des Bundeslandes: „Als Zuliefererland Nummer Eins für die Onshore- und Offshore-Windindustrie spielt Nordrhein-Westfalen eine herausragende Rolle: Kaum eine Anlage weltweit dreht sich ohne Technik aus unserem Bundesland.“ Um so schwieriger sei die am selben Tag von der neuen schwarz-gelben Landesregierung beschlossene Änderung des Windenergieerlasses, die voraussichtlich Anfang 2018 rechtsverbindlich wird. Danach sollen Windräder künftig einen Mindestabstand von 1.500 Metern zu Wohngebieten einhalten und nicht mehr in Wäldern gebaut werden dürfen.

 

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