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Netzausbau: Harsche Kritik an Regierungsplänen

von , am
04.09.2012

Berlin - Der für die Energiewende geplante Netzausbau wird ohne Rücksicht auf Anliegen von Land-, Forstwirten und Grundeigentümern durchgesetzt. Das wirft der Bauernverband der Bundesregierung vor.

Die Trasse könnte nördlicher beginnen und damit Windstrom aus dem Norden in den Süden transportieren. © jonasginter/fotolia.com
Der Bauernverband fordert unverzüglich politische Entscheidungen in drei Bereichen ein. Danach sollen erstens bei der Trassenplanung im Zuge des Netzentwicklungsplanes die agrarstrukturellen Belange besser berücksichtigt werden. Mit land- und forstwirtschaftlichen Flächen soll äußerst sparsam umgegangen und die betrieblichen Entwicklungsmöglichkeiten gewahrt werden.
 
Zumzweiten fordert das Präsidium, dass durch den naturschutzfachlichen Ausgleich keinesfalls ein zusätzlicher Flächenverbrauch ausgelöst werden darf. Wenn Naturschutzausgleich finanziell erfolgt, soll das Geld vorrangig zur Entsiegelung oder zur Aufwertung bestehender Schutzgebiete genutzt werden.
 
Drittens müssen die Entschädigungsgrundsätze grundlegend modernisiert werden und um eine wiederkehrende Nutzungsvergütung ergänzt werden.

'Unbewegliche Haltung absolut inakzeptabel'

Der Deutsche Bauernverband hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass es eine dauerhafte Inanspruchnahme der Betriebsflächen für neue Höchstspannungsleitungen nicht zu Bedingungen der vor über 50 Jahren entwickelten Entschädigungsgrundsätze geben kann.
 
Ohne grundsätzlich verbesserte Entschädigungsregelungen drohe eine Verzögerung des Netzausbaus durch die fehlende Akzeptanz der Betroffenen, stellen die Mitglieder des Präsidiums fest. Die unbewegliche Haltung der privatwirtschaftlich und gewinnorientiert aufgestellten Netzbetreiber wie auch der beteiligten Bundesministerien, sei absolut inakzeptabel. Gerade von dieser Bundesregierung muss eine gerechte Behandlung des für den Netzausbau zur Verfügung gestellten Grundeigentums gewährleistet werden.

Gutachten: Kaum höhere Strompreise durch wiederkehrende Nutzungsvergütungen

Die Präsidiumsmitglieder verweisen auf ein vom Bauernverband in Auftrag gegebenes Expertengutachten, wonach es bei einer wiederkehrenden Nutzungsvergütung zu keiner signifikanten Erhöhung der Strompreise kommt. Danach ist bei einem unterstellten Netzausbau von 4.500 Kilometer bis 2020 und durchschnittlichen Grundstückswerten von einer Erhöhung von nur 0,008 Cent je Kilowattstunde auszugehen. Dies bedeute für einen durchschnittlichen Privathaushalt lediglich eine Mehrbelastung von 0,2862 Euro je Jahr. 
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