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Solar

Neue Vergütung: So rechnen sich Solaranlagen weiterhin

© landpixel
von , am
07.01.2015

Lohnen sich Photovoltaikanlagen auch noch mit den neuen Vergütungssätzen? Zwei Beispielrechnungen zeigen, wie viel Rendite Solaranlagen heute noch bringen.

Mehrere technisch eigenständige PV-Anlagen können vergütungsrechtlich als eine Gesamtanlage gelten. © landpixel
Im Januar sind die Vergütungssätze für neu errichtete Solaranlagen leicht gesunken. Die bundesweite Einspeisevergütung etwa für kleine Photovoltaikanlagen auf Hausdächern beträgt jetzt 12,56 Cent pro Kilowattstunde. Das sind rund 0,3 Cent weniger als vor der EEG-Novelle im Sommer 2014.
 
 
 
"Für Hausbesitzer lohnt sich die Solarstromerzeugung mit erhöhtem Eigenverbrauch und guter Planung weiterhin finanziell", betont Carsten Tschamber vom Solar Cluster Baden-Württemberg. Ebenfalls attraktiv seien die Renditeaussichten für Anlagen auf Firmendächern - trotz der Eigenverbrauchsbelastung seit dem Sommer. In beiden Fällen rechne sich die Investition oft nach rund zehn bis 13 Jahren. Über die Anlagenlaufzeit sei ein Gewinn von vier bis sechs Prozent gut möglich, deutlich mehr, als Festgeld derzeit bringt. Bedingung sei jedoch: Stromverbrauch und Erzeugung müssen aufeinander abgestimmt sein. Attraktive Renditen bei Neuanlagen sind laut Solar Cluster allein mit der Einspeisung in das Stromnetz jedoch nicht mehr möglich.

Beispielrechnung Hausbesitzer:

Eine Beispielrechnung von Solar Cluster zeigt: Eine vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus, die einen jährlichen Stromverbrauch von 4.500 Kilowattstunden hat, kann mit einer durchschnittlich großen Solaranlage mit vier Kilowatt installierter Leistung ohne die Hilfe von Speichern einen Eigenverbrauch von rund 35 Prozent erreichen. Die auf die nächsten 20 Jahre berechnete jährliche Rendite beträgt gut fünf Prozent, amortisiert hat sich die Anlage nach zwölf Jahren. Eine Belastung des Eigenverbrauchs mit rund einen Drittel der EEG-Umlage fällt hier nicht an. Erst ab einer Grenze von zehn Kilowatt installierter Leistung ist das der Fall. Fällt die Anlage kleiner aus als vier Kilowatt Leistung, steigt übrigens die Rendite.
Der Grund: Der lukrative Eigenverbrauch nimmt im Vergleich zum verkleinerten Solarstromertrag nun einen größeren Anteil ein. Wird die Anlage größer, fällt umgekehrt die Rendite langsam unter fünf Prozent.

Beispielrechnung Firmendach:

Unternehmen, besonders aus dem Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, können Solar Cluster zufolge ebenfalls eine gute Rendite mit Solaranlagen erzielen. Eine Beispielrechnung ergibt: Rund 1.300 Euro pro Kilowattstunde installierte Leistung müssen Unternehmen bei einer normalen gewerblichen Größe von um die 100 Kilowatt investieren. Das sind 130.000 Euro. Bei einem Gewerbekundenstrompreis von 18 Cent pro Kilowattstunde und einem Stromverbrauch von rund 100.000 Kilowattstunden werden gut 12.500 Euro pro Jahr Stromkosten gespart. Die Einspeisevergütung bringt etwas über 3.000 Euro im Jahr. Zieht man die Besteuerung der EEG-Umlage von 2,5 Cent pro Kilowattstunde auf den selbst verbrauchten Strom ab, liegt die Amortisationszeit einer solchen Photovoltaikanlage bei rund elf Jahren, die Rendite bei knapp sechs Prozent.

Über das Solar Cluster

Das Solar Cluster Baden-Württemberg e.V. will den finanziellen, ökologischen, industriepolitischen und volkswirtschaftlichen Nutzen der Solarenergie stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Ziel der südwestdeutschen Branchenvereinigung ist zudem das Mitwirken an gesetzlichen Rahmenbedingungen zum weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und die Schaffung eines dauerhaften Marktes für die Solarenergie. Auch sollen Forschung und Ausbildung sowie neue Technologien zur Stromspeicherung und Netzintegration vorangebracht werden. Das Solar Cluster vertritt über 40 Mitglieder, neben Industrie und Handwerk der Solarbranche auch Energieunternehmen, Forschungsinstitute und Stadtwerke.
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