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Biogas

Neue Wege zur Aufbereitung von Biogas

von , am
21.09.2011

Hohenheim - Zur Verdichtung von Biogas, das ins Erdgasnetz eingespeist wird, sollen künftig Methan-Bakterien eingesetzt werden.

Bisher gibt es in Deutschland nur rund 50 Biomethananlagen, die Biogas ins Erdgasnetz einspeisen.
Daran arbeiten Forscher der Universität Hohenheim. Wie die Hochschule in einer Presseinformation mitteilte, versprechen sich die Wissenschaftler von dem neuen Verfahren Einsparungen der Energiekosten bis zu 40 Prozent. „Druck und Reinheit werden schon während der Fermentation der Biomasse gewährleistet und müssen nicht in nachgeschalteten Verfahren technisch aufwändig erzeugt werden“, erklärte Dr. Andreas Lemmer, der das Forschungsprojekt leitet. Das Herzstück der neuen Methode sei ein völlig neuartiger Vergärer, in dem sich die Methanbakterien besonders wohlfühlen dürften. „Die Wohnstube der Bakterien“ entspreche mit einem Druck von zehn bar ihrem natürlichen Lebensmilieu in der Tiefsee. Zu einer der technischen Herausforderungen des neuen Methanreaktors gehört laut Angaben der Universität, den Druck exakt konstant zu halten. Dafür entwickelten die Forscher eine spezielle Steuerungs- und Regelungstechnik. In einem weiteren Schritt wollen sie einen Prototyp der neuen Anlage bauen.
 
Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt der Hohenheimer Wissenschaftler bis Ende 2013 mit 681.000 Euro. Bisher gibt es in Deutschland nur rund 50 Biomethananlagen, die Biogas ins Erdgasnetz einspeisen. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, dass in Deutschland 2020 etwa sechs Milliaren Kubikmeter Biomethan pro Jahr für das Erdgasnetz erzeugt werden. Dafür wären laut Schätzungen aus Hohenheim etwa 1.500 Anlagen nötig.

Rund 500 Vergärer vorhanden

Die Erforschung neuer Verfahrenstechniken von Biogasanlagen hat in Hohenheim eine mehr als 30-jährige Tradition. Mit rund 500 Fermentern verfüge keine andere Hochschule in Deutschland über so vielfältige Möglichkeiten, das Biogaspotential verschiedener Substrate zu analysieren, so die Universität. Wie Lemmer erläuterte, handelt es sich bei den Vergärern um Glaskolben mit rund 100 ml Fassungsvermögen. Diese werden mit 30 ml Starterkultur sowie 400 mg Testsubstrat befüllt. Bis zur Messung des Methanertrags vergehen dann laut Lemmer üblicherweise 35 Tage. Nachdem sich die Universität Hohenheim mit ihrem Futterwerttest einen Namen gemacht hat, tun sich die Wissenschaftler damit nun auch mit einem Biogasertragstest hervor. 
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