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Biomasse

Niedersachens Biogaserzeugung stößt an Grenzen

© Liane M./fotolia
von , am
05.12.2012

In Niedersachsen erzeugen 1.400 Biogasanlagen etwa acht Prozent des hiesigen Stroms. Doch die landwirtschaftliche Fläche wird immer knapper und die Substratkosten steigen.

Die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan und die Einspeisung ins Erdgasnetz ist Stand der Technik, steht für den Fachverband Biogas fest. © Mühlhausen/landpixel
Die neuesten Daten zu den niedersächsischen Biogasanlagen sind das Ergebnis einer in diesem Jahr durchgeführten Erhebung des 3 N Kompetenzzentrums. Danach waren am 31.12.2011 1.405 Biogasanlagen mit einer insgesamt installierten elektrischen Leistung von 743 MW am Netz. Sie sind in der Lage, jährlich annähernd 6.000.000 MWh und damit acht Prozent des hiesigen Strombedarfs zu erzeugen. Von den 1.405 Anlagen werden 1.337 mit nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) und 68 mit Kofermenten betrieben. Für den Betrieb der 1.405 Biogasanlagen in Niedersachsen werden etwa 276.000 Hektar Ackerfläche, sprich 10,4 Prozent der landwirtschaftlichen Gesamtfläche in Niedersachsen, bewirtschaftet.
 
Die Landwirtschaftskammer erörtete anhand der Daten, ob das Land noch weitere Anlagen hergeben kann. Denn die Flächen seien inzwischen knapp geworden.
 

Zahl der Kofermentanlagen geht zurück

Anlagen werden in der Regel mit Silomais als Hauptsubstrat und darüber hinaus mit Gülle sowie zum Teil auch mit Mist betrieben. Davon ist der Biogasanlage der Flächenbedarf für das Hauptsubstrat von etwa 180 Hektar anzurechnen, was 0,36 ha/kWel. entspricht. Die eingesetzten Gülle- und Mistmengen, die 1:1 als Gärrest wieder anfallen, sind dem Flächenbedarf der Viehhaltung zuzurechnen. Im Gegensatz zu den NaWaRo Anlagen ging die Anzahl der Kofermentanlagen zurück. Infolge der Bonusvergütung bei verstärktem Gülleeinsatz und gestiegener Kosten im Kofermentsektor haben mehrere Betreiber auf NaWaRo umgestellt.
 

Biogasproduktion ist am Limit

Biogasanlagen haben in den Veredelungsregionen besonders viel Flächenbedarf entfaltet, so dass hier, von einzelbetrieblichen Gegebenheiten abgesehen, eine Sättigung erreicht zu sein scheine, so die LWK Niedersachsen. Aber auch in den übrigen Regionen zeichne sich eine Abschwächung des Booms beim Anlagenzubau ab. Das liege insbesondere daran, dass die Substratkosten durch die inzwischen überall eingetretene Flächenverknappung stark gestiegen sind und aufgrund der erneuten Novellierung des EEG nicht mehr aufgefangen werden können.
 
Somit dürfte laut Kammer der Beitrag von Biogasanlagen zur Energiewende weitgehend ausgeschöpft sein. Bis Ende 2012 wird noch ein weiterer Zubau um 75 Anlagen auf 1.480 Biogasanlagen mit einer insgesamt installierten elektrischen Leistung von 780 Megawatt prognostiziert. Sehr viel mehr Biogasanlagen dürfte das Land voraussichtlich nicht mehr hergeben, stellt die Landwirtschaftskammer fest.
 

Regionale Verteilung der Biogasanlagen

Eine Konzentration von Anlagen liegt im südlichen Weser-Ems Gebiet und dem Gebiet der Lüneburger Heide vor. Insgesamt stehen in den ehemaligen Regierungsbezirken Weser-Ems und Lüneburg allein 1.050 der insgesamt 1.405 Anlagen. Die höchsten Dichten nach installierter elektrischer Leistung in kW/ha LF liegen in den Landkreisen Cloppenburg und Rotenburg (Wümme) mit jeweils 0,6 kW/ha vor. Relativ hohe Dichten bestehen auch in den Landkreisen Celle, Heidekreis, und Oldenburg mit jeweils 0,50 kW/ha sowie im Emsland, in Diepholz und Grafschaft Bentheim mit jeweils 0,40 kW/ha.
 
Entsprechend hoch sind dort auch die Zunahmen beim Maisanbau ausgefallen. Der Landkreis Rotenburg beispielsweise verzeichnet mit 30.000 Hektar eine absolute Höchstzunahme des Maisanteils an der Ackerfläche um 30 Prozent. Gunststandorte der Biogasanlagen sind somit Regionen mit geringer Bodengüte, in denen die Flächenbewirtschaftung allein zu wenig abwirft und deshalb Produktionsalternativen zur Erzielung ausreichender Einkommen wahrgenommen werden müssen.

Energiepflanzen: Sylphie-Anbau

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