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Biogas

NRW: Biogastrend hält an

von , am
05.05.2011

Düsseldorf - Ende 2010 waren in Nordrhein-Westfalen 432 Biogasanlagen in Betrieb, 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Trend soll dieses Jahr anhalten, für 2012 wird mit weniger Zubau gerechnet.

Der Fachverband Biogas kritisiert, dass im EEG-Reformvorschlag Hinweise auf Änderungen für Neuanlagen fehlen würden. © landpixel
Wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mitteilt, ist damit zu rechnen, dass Ende dieses Jahres in NRW rund 500 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Gesamtleistung von 197 Megawatt in Betrieb sein werden.
 
Neben der Zahl der Anlagen hat auch die durchschnittliche elektrische Leistung der Biogasanlagen deutlich zugenommen. Allein im vergangenen Jahr stieg die installierte Leistung um 45 Megawatt, das ist so viel wie in den Jahren 2008 und 2009 zusammen.

Kreis Borken bei Stromerzeugung auf Platz 1

Grund für den anhaltenden Biogasboom ist nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer die am 1. Januar 2009 in Kraft getretene Novelle des Erneuerbare Energien-Gesetzes, mit der zusätzliche Anreize für die Erzeugung von Strom aus Biogas geschaffen wurden.
 
Spitze bei der Stromerzeugung aus Biogas in NRW ist der Kreis Borken mit 20,39 Kilowatt Leistung pro 100 Hektar landwirtschaftlicher Fläche. An zweiter Stelle stand im vergangenen Jahr Coesfeld mit 18,46 Kilowatt je Hektar, gefolgt von den Kreisen Soest, Paderborn und Lippe.
 
Den größten Zuwachs gab es 2010 in Coesfeld mit einem Plus von 8,1 Kilowatt je 100 Hektar und Recklinghausen mit plus 6,7 Kilowatt je 100 Hektar. Daneben wurden vor allem in den vom Ackerbau geprägten Kreises Soest, Höxter und Paderborn zahlreiche neue Biogasanlagen in Betrieb genommen. Auch am Niederrhein nahm die installierte Anlagenleistung im vergangenen Jahr zu, in weiten Teilen des Rheinlandes erhöhte sich die Leistungsdichte dagegen kaum.

Wichtigstes Substrat: Silomais

Wichtigstes Futter für die Biogasanlagen ist unverändert der Silomais mit 48,8 Prozent der eingesetzten Gesamtmasse. Den zweiten Platz auf dem Speiseplan der Biogasbakterien halten Wirtschaftsdünger, insbesondere Gülle mit 41,6 Prozent der eingesetzten Substratmasse. Die Bedeutung anderer nachwachsender Rohstoffe ist in Nordrhein-Westfalen gering, lediglich 9,6 Prozent der eingesetzten Substrate waren weder Silomais noch Wirtschaftsdünger. Auch die Zuckerrübe hatte in Nordrhein-Westfalen 2010 noch keine nennenswerte Bedeutung als Futter für die Biogasanlagen.

Trend hält an, Wirschaftlichkeit nimmt ab

Der Trend zu mehr Biogas wird nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen auch im laufenden Jahr anhalten. Die öffentliche Diskussion um eine Reduzierung der Vergütung für Strom aus Biogas ab 2012 wird dazu führen, dass interessierte Landwirte mit allen Mitteln versuchen werden, ihre Projekte bis Ende des Jahres umzusetzen. Dieser Zeitdruck führt unter anderem dazu, dass die Anlagenpreise weiter steigen und damit jetzt schon die Wirtschaftlichkeit von neuen Biogasanlagen verschlechtern. Auch die steigenden Rohstoffkosten infolge der seit dem vergangenen Jahr drastisch gestiegenen Preise für Getreide und Raps führen zu einer Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit.

Ab 2012 weniger Anlagen?

Sofern der Gesetzgeber mit der erwarteten Überarbeitung des Erneuerbare Energien-Gesetzes keine Anreize für neue Biogasanlagenkonzepte schafft, rechnet die Landwirtschaftskammer deshalb damit, dass der Bau von Biogasanlagen ab 2012 deutlich rückläufig sein wird.
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