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Biomasse

Pilotprojekt: Algen zur Energiegewinnung nutzen

von , am
07.07.2014

Wildau - In Niedersachsen hat ein Pilotvorhaben zur großtechnischen Nutzung der Algenbiotechnologie zur Energiegewinnung begonnen. 750 Liter Algen-Wasser-Gemisch ergeben sieben Liter reine Biomasse.

Das niedersächsische Pilotprojekt untersucht die gezielte Produktion und Verarbeitung von Algenbiomasse zur Bereitstellung nachhaltiger Energie. © dalmatiner/pixelio.de
Algen sind offensichtlich als Biomasse nutzbar. Unter dem Titel "Schaufenster Algentechnologie" hat in Bad Fallingbostel im niedersächsischen Heidekreis ein Pilotvorhaben zur großtechnischen Nutzung der Algenbiotechnologie begonnen. Dabei werden das in den Biogasanlagen der dortigen Agrar-Energie Obernhausen GmbH & Co. KG (AEO) entstehende CO2 und die Abwärme umweltverträglich in Photobioreaktoren eingeleitet, um darin Grünalgen zu kultivieren.
 
Das Projekt sei in dieser Form einmalig in Deutschland, teilte der Lehr- und Forschungsbereich Biosystemtechnik der Technischen Hochschule Wildau als wissenschaftlicher Partner der AEO mit. 

Hoher Protein- und Fettanteil

Projektleiter Prof. Franz-Xaver Wildenauer hob hervor, dass je nach Sonneneinstrahlung bereits nach sechs bis zehn Tagen "Erntezeit" sei. Über eine Zentrifuge vom Wasser getrennt, entstünden aus 750 Liter Algen-Wasser-Gemisch rund sieben Liter reine Biomasse.
 
"Der Protein- und Fettanteil in den Algen ist sehr hoch", erläuterte Wildenauer den innovativen Ansatz des Projektes. Nach seinen Angaben können so auf effektive Weise verschiedenste Wertstoffe gewonnen werden, beispielsweise Öle zum direkten Einsatz als Brennstoff, probiotische Wirk- und Zusatzstoffe für die Nahrungsmittel- beziehungsweise die Kosmetikindustrie oder Zuschlagstoffe für Tierzucht und Aquakultur.
 
"Wir benötigen zum Anbau keinen fruchtbaren Boden. Zudem wachsen Algen in Süß- wie Salzwasser, sogar in Brackwasser oder verschmutztem Oberflächenwasser", erklärte Wildenauer.

Algenbiotechnologie großtechnisch nutzen?

Das Projekt am Standort Obernhausen ist laut Angaben der Hochschule ein Teil der Strategie des Unternehmens AEO, die auf CO2-Reduktion, nachwachsenden Rohstoffen und minimalem Energieverbrauch fußt. Die Forscher wollen mit dem Projekt den wissenschaftlichen Nachweis erbringen, dass die Algenbiotechnologie unter den klimatischen Bedingungen Norddeutschlands großtechnisch effektiv für die Wertstoff- und Energiegewinnung einsetzt werden kann.  
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