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Biogasanlage

Pilz-Pellets: Ein Dünger mit Potenzial

Düngerpellets
am Dienstag, 08.12.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Seit Kurzem steht in Spanien eine neuartige Biogasanlage, die aus Champignonkompost Pellets herstellt – ein Dünger mit Potenzial. Wie diese Testanlage funktioniert, verrät Dr. Thomas Helle, Geschäftsführer der Novis GmbH, im Interview.

Seit wann vergären Sie Champignonkompost in einer Biogasanlage?

Vor acht Jahren haben wir unsere erste Versuchsanlage gebaut. Damals haben wir mit dem größten Champignonproduzenten in den Niederlanden zusammengearbeitet. Dort haben
wir Vergärungsversuche durchgeführt, die durchaus erfolgreich waren. Leider mussten wir nach drei Jahre langer Forschung das Projekt einstellen, da die Organisation der  Champignonproduzenten kein Geld mehr hatte.

Wie ging es dann weiter?

Im Rahmen eines EU-Projekts haben wir 2018 eine Biogasanlage für Champignonkompost,
auch Champost genannt, für die Region la Rioja, dem größten Anbaugebiet für Champignons in Spanien, entwickelt. Dort fallen jährlich mehrere 100.000 t Pilzkompost an, der sich nur schwer verkaufen lässt. Daher vergären und verarbeiten wir seit September 2020 den Champost zu
Pellets.

Haben die Pellets Vorteile gegenüber konventionellem Dünger?

Wir haben in Serbien - die Serben sind als Partner in das EU-Projekt eingestiegen - große Anbauversuche durchgeführt. Die dortigen Gemüseproduzenten sind von den Pellets überzeugt, weil sie den Ertrag gesteigert haben, die Paprika früher marktreif und sogar die Gurken gerader wurden. Warum das so ist, wissen wir noch nicht, aber wahrscheinlich
hat es etwas mit dem Pilzmyzel zu tun, das in den Pellets enthalten ist.

Wie entstehen die Pellets?

Die 50-kWth-Pilotanlage in Spanien besteht aus drei Containern. Der Champost kommt zuerst in einen Hydrolysecontainer. Dort wird er von Steinen und anderen Fremdkörpern gereinigt. Anschließend werden flüssiger Gärrest und ein Kosubstrat, in unserem Fall Marmeladenabwasser, hinzugegeben. Danach geht es in einen zweiten Container, in dem die Vergärung stattfindet. Das dabei entstandene Gas wird in einem Sack mit 100 m3 gesammelt und geht dann in die Verbrennung. Der Champost wird indes separiert und mit der Abwärme der Biogasanlage getrocknet und zu Pellets verarbeitet. Der flüssige Gärrest wird der Biogasanlage wieder zugeführt.

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