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Erst runter, dann rauf

Prognose: EEG-Umlage sinkt 2018

Strommasten und Windräder
Die Übertragungsnetzbetreiber geben am 15.10. die Höhe der neuen EEG-Umlage bekannt. © Catrin Hahn/joule
von , am
22.09.2017

Die Berliner Denkfabrik Agora Energiewende sagt voraus, dass die Umlage für Strom aus Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) im kommenden Jahr voraussichtlich leicht sinken wird. Das wurde auf Basis des EEG-Rechners von Agora errechnet, der auf deren Website zugänglich ist. Offiziell wird die EEG-Umlage für 2018 am 15. Oktober von den Betreibern der Stromübertragungsnetze – 50Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW – bekanntgegeben.

EEG-Umlage

Die Berliner Denkfabrik Agora Energiewendesagt voraus, dass die EEG-Umlage 2018 voraussichtlich leicht sinken und in etwa bei 6,74 ct/kWh liegen wird. Derzeit bezahlen die meisten Stromverbraucher 6,88 ct/kWh. Die Prognose hat Agora Energiewende auf Basis ihres EEG-Rechners ermittelt. Der wurde vom Freiburger Öko-Institut entwickelt und steht als Excel-Tool auf der Homepage des Unternehmens zur Verfügung.

Als Grund für die vorläufige Senkung wird angegeben, dass die Strompreise im Großhandel leicht steigen werden, worauf aktuelle Future-Notierungen hindeuten. Zum anderen haben die Übertragungsnetzbetreiber 2017 mehr als drei Milliarden Euro Überschuss eingefahren. Diese Liquiditätsrücklage kann im kommenden Jahr an die Stromverbraucher zurückgegeben werden.

Für 2019 prognostiziert Agora Energiewende allerdings eine Steigerung der Umlage auf mehr als 7,5 ct/kWh. In diesem Jahr gehen die letzten Offshore-Windkraftanlagen der ersten Generation ans Netz, die eine relativ hohe Vergütung erhalten. Damit ist der Kostenscheitel bei der EEG-Umlage beinahe erreicht. Nach diesem Jahr sind nur noch leichte Anstiege zu erwarten, bevor dauerhafte Kosteneinsparungen eintreten werden. 

Allerdings mahnt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende, eine Reform des Umlagesystems an. Ein großer Teil der Umlage seien Kosten für Industrieausnahmen oder  für Offshore-Windkraft und Solarenergie. Würden diese Abgaben reformiert und umverteilt, könnten ab 2019 bereits die "Erntejahre der Energiewende"  beginnen.

 

 

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