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Biogas

Projekt: Vom Gärprodukt zum Laminat-Fußboden

© Mühlhausen/landpixel
von , am
02.08.2014

Hürth - Betreibern von Biogasanlagen bietet sich ein neuer Weg, Gärprodukte aus der Biogasproduktion in Wert zu setzen. Die neue Option lautet: stoffliche Nutzung in der Holzwerkstoffindustrie.

Die Idee hinter dem Projekt lautet, einen doppelten Nutzen für die Holz- und Biogas-Branche zu schaffen. © inocre Umwelttechnik GmbH
Gerade die großen Betreiber von Biogasanlagen stehen zunehmend vor dem Problem, Gärprodukte aus ihrer Biogasproduktion optimal in Wert zu setzen. Sie können diese regional nur zu gewissen Teilen absetzen. Darauf weist das nova-Institut für Ökologie und Innovation aus Hürth hin. Zugrunde liegt ein Projekt, das hier vorgestellt wird.
 
Eine stoffliche Nutzung der Gärprodukte in der Holzwerkstoffindustrie stelle eine ganz neue Option, die für viele Anlagenbetreiber ökologisch und ökonomisch interessanter sein kann als andere Nutzungsformen. Die Idee ist, einen doppelten Nutzen für die Holz- und Biogas-Branchezu schaffen.

Stickstoff für die Landwirtschaft, Fasern für Spanplatten

Das Projekt "Stoffliche Nutzung lignocellulosehaltiger Gärprodukte für Holzwerkstoffe" verfolge das Ziel, ein Verfahren zur stofflichen Nutzung von lignocellulosehaltigen Reststoffen aus der Biogasproduktion für die Holzwerkstoffindustrie zu entwickeln. 
 
Das Institut beschreibt den Vorgang so: Gärprodukte aus Biogasanlagen werden über ein patentiertes Verfahren von anorganischen Stickstoffbestandteilen gereinigt. Der Stickstoff wird in einer Ammoniumsulfatlösung gebunden und kann als konzentrierter Mineraldünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden.
 
Die festen Bestandteile (Fasern) der Gärprodukte werden von der flüssigen Phase separiert, für die weitere Verwendung aufbereitet und als Rohstoff für die Produktion von Spanplatten, mitteldichten Faserplatten und Laminat-Fußboden genutzt.
 
Die festen faserhaltigen Bestandteile von Gärprodukten sind eine vielversprechende Rohstoffalternative für die Holzwerkstoffindustrie, weil sie ganzjährig in großen Mengen verfügbar sind und ähnliche Eigenschaften wie konventionelle Einsatzstoffe besitzen, berichtet das Institut.

Machbarkeit und der ökologische Bewertung

Der Fokus Umsetzung liege der auf der technischen Realisierung, der ökonomischen Machbarkeit und der ökologischen Bewertung. Das Ganze soll auf über eine Kaskadennutzung von Biogassubstraten funktionieren: Nach der energetischen Nutzung in der Biogasproduktion erfolgt die stoffliche Nutzung der Gärprodukte in einer hochwertigen Anwendung, dem Laminat-Fußboden. Dieser kann später erneut stofflich (durch Recycling) und abschließend wieder energetisch genutzt werden.
Wie das Institut berichtet zeigt ein Workshop des nova-Instituts am 9. September 2014 im Maternushaus in Köln die Ergebnisse eines Modellprojektes auf.
 
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