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Biogas

Proteste gegen EEG-Reform von Sigmar Gabriel

© rz/Joule
von , am
07.03.2014

Freising - Der Fachverband Biogas und das Unternehmen UTS Biogas GmbH haben in Freising eine Demonstration organisiert. Ihre Forderung: Lasst die Energiewende nicht platzen.

Die Mitarbeiterin von UTS Biogas GmbH symbolisert die Politik von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel: Nach Ansicht der Biogasbranche bringt Gabriel mit seinen Reformvorschlägen die Energiewende zum Platzen. © Rouven Zietz
Das EEG bringt keine Innovationen hervor. Zu diesem Schluss kam kürzlich ein Gruppe von Wirtschaftsprofessoren, die der Bundeskanzlerin Angela Merkel auch gleich noch empfahlen, das EEG abzuschaffen.
 
Das ist eine Entwicklung, über die sich Ludwig Dinkloh, Vizepräsident für Marketing und Vertrieb bei UTS Biogastechnik GmbH, massiv ärgert: "Ich empfinde das als eine große Frechheit. Kritik am EEG zu äußern ist völlig in Ordnung, aber es abschaffen zu wollen, ist nicht fair. In den vergangenen zehn Jahren sind wir nicht faul auf der Couch gelegen und haben Subventionen eingefahren, sondern hart gearbeitet", sagte Dinkloh vor rund 60 Biogas-Befürwortern.

Falsche Kostendiskussion

Zuvor trafen sich Landespolitiker aus Bayern und Mitarbeiter von UTS Biogas und des Fachverbandes Biogas (FvB) auf der Biogasanlage von Josef Pellmeyer, dem ehemaligen Präsidenten des Verbandes.
 
Der FvB-Geschäftsführer Claudius Costa da Gomez sagte: "Mit der Umsetzung der aktuell diskutierten Pläne zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) würde die Energiewende für eine falsch geführte Kostendiskussion geopfert. Der Umbau unserer Energieversorgung hin zu einem modernen, klimafreundlichen und verlässlichen System würde unnötig ausgebremst."
Benno Zierer sitzt im bayerischen Landtag und vertritt dort die Freien Wähler für seinen Landkreis Freising. An die bayerische Landesregierung appellierte Zierer: "Es ist wichtig, unsere Wertschöpfung in Bayern zu halten. Zum Thema Regionalität gehört auch die Energieerzeugung vor Ort. Die Politik darf die Energiewende nicht tot reden und potenzielle Investoren verschrecken."
 

Kriege um Energie

Der Grüne Landtagsabgeordnete Christian Magerl warnte - mit Blick auf die aktuelle Krim-Krise - vor Kriegen um Energie. Der Ausbau heimischer Ressourcen könne davor schützen. Benno Zierer von den Freien Wählern monierte die Haltung der Politik, die die aktuelle Energiedebatte "feige begleite" und der ehemalige Bundestagsabgeordnete Max Lehmer (CSU) unterstrich die Bedeutung von Biogas für die Energiewende, das "zwar etwas mehr kostet, aber dafür auch viel wertvoller ist als andere regenerative Energieträger."
 

EEG-Reform: Folgen für Energiewirte

 
Der Protest war Teil eines Aktionstages, zu dem die gemeinsame Initiative der Erneuerbaren Energien Branchen "Erneuerbare Energiewende Jetzt!" aufgerufen hatte.
 
Zeitgleich organisierten mehr als 60 Unternehmen der verschiedenen Sparten in ganz Deutschland ähnliche Veranstaltungen und wiesen damit auf die dezentrale Wirtschaftskraft der Erneuerbaren Energien hin.
 
Ihre Botschaft: Den Ausbau Erneuerbarer Energien auszubremsen, schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland.
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