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PV oder Futter: Landwirt und Gemeinde uneinig über Flächennutzung

Photovoltaik neben landwirtschaftlich genutzter Fläche

Ökostrom vom fruchtbaren Acker – ja oder nein? Die Antwort auf die Frage, ob vom Feld Energie oder Nahrungsmittel kommen sollten, ist streitbar. Ein Landwirt aus Bayern möchte mit Photovoltaik die Energiewende vorantreiben. Die Gemeinde, in der er lebt, hätte den Acker lieber für die Futtermittelproduktion.

am Freitag, 22.10.2021 - 05:00

Der ehemalige Landwirt und Grundbesitzer Martin Eckereder möchte zur Energiewende beitragen und sieht die Vorteile der energetischen Flächennutzung.

Er möchte seine nur schwer zu bewirtschaftende Fläche an Solarpark-Investoren verpachten. Die Gemeinde will landwirtschaftliche Flächen aber grundsätzlich für die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse halten. Eckereder wünscht sich einen Kompromiss.

Gemeinde will Lebensmittelproduktion sichern

Deutschlands Äcker sollten der Lebensmittel- und Tiernahrungserzeugung dienen, so das Hauptargument gegen PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen. Eine immer größere Weltbevölkerung bedeutet, dass auch die Lebensmittelproduktion steigen muss. Bürgermeister von Niedertaufkirchen, Sebastian Winkler, erläutert, dass gleichzeitig bereits genügend Flächen versiegelt seien, auf die PV-Anlagen gebaut werden könnten.

Landwirt sieht die Vorteile der PV-Anlage

Eckereder wünscht sich, die Energiewende mit seiner Fläche unterstützen zu können. Außerdem würden ihm Investoren von Photovoltaik-Anlagen das Siebenfache an Pachterträgen ermöglichen. Für Landwirte ist dies ein lukratives Angebot, Eckereder denkt dabei auch an seine Altersvorsorge.

Zu großen Teilen wird Nahrung außerdem importiert, vor allem Obst und Gemüse, und landwirtschaftliche Produkte gehen in die Biogasanlage. Rund 60 ha Silomais werden für die gleiche Menge Energie benötigt, wie ein ha Photovoltaik, beschreibt der Landwirt. Diese 60 ha fallen für die Nahrungsmittelproduktion ebenfalls aus.

Ein weiterer Aspekt der landwirtschaftlichen Flächennutzung ist die Artenvielfalt, betont Andreas Engl vom Stromanbieter Regionalwerke GmbH. Er möchte Eckereder dabei unterstützen, sein Photovoltiak-Projekt zu verwirklichen. 

Eine landwirtschaftliche Doppelnutzung, mit Blühflächen, dem Anbau von Lebensmitteln oder der Beweidung könnten neue Konzepte entstehen. Dabei bringen die Beschattung der Fläche sowie der Schutz vor starken Niederschlägen durch die Solarpaneele Vorteile für den Anbau von Obst, wie zum Beispiel Himbeeren, und Gemüse, wie Kartoffeln, mit sich.

Mit Material von BR