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Biogas

Ratgeber: Die richtige Gärresteaufbereitung finden

Gülle
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Nicolette Emmerich, agrarheute
am
10.09.2018

Für Betreiber von Biogasanlagen kann es sinnvoll sein, in eine Gärproduktaufbereitung zu investieren. Diese Aufbereitungsverfahren gibt es.

Wenn Lagerkapazitäten geschaffen oder Gärprodukte über weite Strecken transportiert werden müssen, denken viele Betreiber von Biogasanlagen über die Investition in eine Gärproduktaufbereitung nach. Zusätzlich spielt die Idee, neue Vermarktungswege wie z. B. an Privatgärtner, Gärtnereien sowie Garten- und Landschaftsbau, Erdenwerke und Düngemittelhersteller etablieren zu können, eine immer größere Rolle. Doch bevor die Wahl des Aufbereitungsverfahrens getroffen werden kann, sollte das genaue Ziel definiert sein.

1. Separation

Das Ziel der Separation ist die mechanische Auftrennung der anfallenden Gärprodukte in eine flüssige und eine feste Fraktion. Es findet keine Mengenreduktion statt, lediglich der Bedarf an Lagerbehältern für flüssige Gärprodukte wird durch die Abscheidung der festen Fraktion abhängig von der Zusammensetzung der Ausgangsstoffe und Abscheidetechnik um rund 10 – 20 % reduziert. Die Separation ist meistens der erste Schritt vor einer weiteren Aufbereitung.

2. Trocknung

Das Ziel der Trocknung ist die Verdunstung von Wasser und die Herstellung getrockneter Gärprodukte. Dabei wird die heiße Luft z. B. aus dem BHKW der Biogasanlagen durch bzw. über das zu trocknende Gärprodukt geführt. Die erzeugten Produkte können in neue Absatzbereiche wie Erdenwerke oder die Düngemittelherstellung vermarktet bzw. als Einstreu in Tierställen verwendet werden. Die verschiedenen Trocknungsverfahren sind technisch ausgereift und haben sich in der Biogasbranche mit etwa 500 – 700 Trocknern im Einsatz etabliert.

3. Pelletierung

Das Ziel der Pelletierung ist ein Kompaktieren des getrockneten Gärproduktes zu Gärpellets, umdie Dichte, aber auch das Handling und Erscheinungsbild zu verbessern. Hierzu wird ein TM-Gehalt der getrockneten Gärprodukte von 85 – 90 % benötigt. Die Gärpellets lassen sich in kleineren Gebinden optimal in Gartencentern oder Baumärkten vermarkten. Zudem können größere Mengen in neuen Ausbringbereichen, wie z. B. Weinbaugebieten, abgesetzt werden, in denen die herkömmliche Ausbringung von flüssigen Gärprodukten nicht üblich ist.

4. Biologische Behandlung

Das Hauptziel der biologischen Behandlung ist die Stabilisierung des organischen Materials. Sie wird über eine aerobe oder kombinierte anaerobe und aerobe Behandlung erreicht. Dabei werden Geruchsemissionen reduziert und wird Stickstoff als gebundener organischer Stickstoff fixiert oder in Luftstickstoff umgewandelt. Insbesondere bei der Vergärung von kommunalen Bioabfällen (Bio- und Grüngut) ist oft eine Kompostierung nachgeschaltet. Die Vermarktung der Komposte ist etabliert und die Anwendung führt zu einer sehr hohen Humuszufuhr.

5. Flüssige Aufbereitung

Das Ziel der flüssigen Aufbereitung ist, eine deutliche Volumenreduktion (bis 50 %) durch die Abtrennung von Wasser zu erzielen. Dabei wird eine Aufkonzentrierung der Feststoffe bzw. Nährstoffe in einer dickflüssigen Lösung mit einem TM-Gehalt von bis zu 15 % erreicht. Die aufkonzentrierten Nährstofflösungen (Konzentrat) können wie flüssige Gärprodukte ausgebracht werden, jedoch vermindern sich der Arbeitsaufwand und die Kosten, da weniger Wasser transportiert und mehr Fläche in kürzerer Zeit gedüngt werden kann. Zudem reduziert sich die notwendige Lagerkapazität.

6. Nährstoffextraktion

Das Ziel der Nährstoffextraktion ist die Herstellung von fraktionierten Einzelnährstoffen, die als mineralische Düngemittel oder in der chemischen Industrie verwendet werden können. Zudem wird das Gärprodukt bis hin zur Einleitfähigkeit in Gewässer entfrachtet. Momentan sind diese Verfahren in der Gärproduktaufbereitung erst wenig verbreitet.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Mit Material von Fachverband Biogas

Gülleflut aus Biogasanlage

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