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Die Rolle von Biogas in der Stromversorgung von morgen

von , am
22.04.2014

Freising - Das Institut für Zukunftsenergiesysteme hat in einer Studie geprüft, welche Funktion Bioenergie im künftigen Stromversorgungssystem haben kann. Laut Studie sollte Biogas Regelenergie liefern.

Strom aus Biogas vermarkten - dazu gibt es verschiedene Varianten. © Mühlhausen/landpixel
Wie kann die Rolle der Bioenergie im künftigen Stromversorgungssystem aussehen? Dazu hat der Fachverband Biogas gestern eine Studie des Instituts für Zukunftsenergiesysteme (IZES) vorgestellt.
 
Die Studie identifziert die verschiedenen Funktionen der Bioenergie und gibt Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Nutzung. Aufgrund der besonderen Bedeutung und des bereits vorhandenen Anlagenbestandes konzentriert sich die Studie dabei auf die Biogasnutzung.

Flexible Biogasanlagen nicht teurer als flexible, konventionelle Krafwerke

Als "wichtiges Ergebnis" bezeichnet der Fachverband Biogas in einer Pressemitteilung, dass auch nach einer kritischen Prüfung die bisherigen Potenzialabschätzungen für die strategischen Planungen der Rolle der Biogasnutzung Bestand haben. Demnach könnten aus den bereits in Betrieb befindlichen Biogasanlagen durch Flexibilisierungsmaßnahmen 5,8 Gigawatt flexibler elektrischer Leistung bereitgestellt werden. Nutze man das vorhandene Potential aus, könne die Leistung auf rund 15 Gigawatt ausgebaut werden.
 
Der Studie zufolge unterscheiden sich die Kosten für die Flexibilisierung der Biogasanlagen nicht von denen mit fossilen Energieträgern betriebenen flexiblen Kraftwerken. Sollte das gesamte aus Biogas verfügbare Potenzial ausgeschöpft werden, entstünden dafür Kosten von 0,6 bis 1,2 Milliarden Euro.

Strom aus Biogas als Regelenergie

Neben den Kosten ist, so ein weiteres Ergebnis der Studie, die qualitative Ausrichtung der Flexibilisierung von besonderer Bedeutung. So sollte die Stromproduktion aus Biogas weniger spotmarktpreisbasiert erfolgen, sondern insbesondere zur Bereitstellung von Regelenergie zur Reduzierung von konventionellen sogenannten "Must-Run"-Kraftwerkskapazitäten beitragen.
 
Als Handlungsoptionen schlagen die Autoren der Studie vor, kurzfristig den rechtlichen Rahmen so zu setzen, dass bestehende Biogasanlagen und mit fester Biomasse betriebene Biomasseheizkraftwerke auf die Bereitstellung von Regelenergie und auch weiterer Systemdienstleistungen umgestellt werden, um fossile Kraftwerke zu ersetzen.
 
Mittelfristig sollten nach der Vorstellung der Autoren Bioenergieanlagen auch Einkünfte aus den Dienstleistungen für die Land- und Abfallwirtschaft erzielen und damit die Kosten für die Strombereitstellung senken. Weiter schlagen die Autoren der Studie vor, mittelfristig die Förderinstrumente für die Bereitstellung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit denjenigen für das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) besser abzustimmen. 
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