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Erneuerbare Energien

Satelliten-Störung: Windkraftanlagen europaweit eingeschränkt

Windkraftanlagen vor bewölktem Himmel
am Dienstag, 01.03.2022 - 10:00 (Jetzt kommentieren)

Eine Störung am Satelliten-Netzwerk KA-SAT schränkt den Betrieb tausender Windkraftanlagen in Zentraleuropa ein. Der Satelliten-Dienst soll mehreren Angaben zu Folge zeitgleich mit dem Beginn des Ukraine-Krieges ausgefallen sein.

Eine Störung am Satelliten-Netzwerk KA-SAT des französischen Unternehmens Eutelsat schränkt den Betrieb von mehreren Tausend Windkraftanlagen in Zentraleuropa ein. Beim deutschen Windenergieanlagen-Hersteller Enercon seien knapp 6.000 Anlagen betroffen. Das teilte ein Firmensprecher am Montag, 28.02.2022, in Aurich mit, wie das Handelsblatt berichtet.

Die Windkraftanlagen seien zwar weiterhin im Betrieb und lieferten auch Strom, aber die Überwachung und Steuerung aus der Ferne sei nicht mehr möglich, heißt es.

 

6.000 betroffene Windräder: 11 Gigawatt Gesamtleistung

Von der Satelliten-Störung sind Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 11 Gigawatt betroffen. Bisher ist unklar, ob auch Anlagen weiterer Anbieter betroffen sind. Unter den auf Twitter genannten betroffenen Herstellern wurde das britische Unternehmen Vestas genannt. Ein Sprecher des Unternehmens konnte den Vorfall nicht bestätigen.

Kritische Infrastruktur: Bundesamt für Sicherheit informiert

Windkraftanlagen zählen zur kritischen Infrastruktur. Der Vorfall wurde von Enercon an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeldet. Ein BSI-Sprecher erklärte, das Amt sei informiert und stehe im Austausch mit der Bundesnetzagentur. Der Vorfall werde so schnell wie möglich bewertet und entsprechende Maßnahmen getroffen.

Satelliten-Störung: Fernsteuerung derzeit nicht möglich

Der Windkraftanlagen-Hersteller Enercon betonte, dass sich die Anlagen grundsätzlich autark und selbstständig regulieren. Einhergehend mit der Satelliten-Störung sei der Zugriff aus der Ferne auf die Windkraftanlagen derzeit aber nicht möglich.

Im Störungsfall müssen Servicekräfte zur Prüfung der betroffenen Anlagen vor Ort anrücken.

Ursache unklar: Möglicher Zusammenhang mit Ukraine-Krieg

Die Ursache der Satellitenstörung, welche am vergangenen Donnerstag auftrat, ist noch unklar. Die Kommunikationsdienste sollen aber nahezu zeitgleich mit dem Beginn der Invasion russischer Truppen in die Ukraine ausgefallen sein.

Europaweit sind 30.000 Satellitenterminals betroffen, die in unterschiedlichen Branchen genutzt werden.

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine und vermehrter Cyberattacken auf ukrainische Ziele warnten deutsche Sicherheitsbehörden auch vor möglichen Cyberangriffen auf deutsche Einrichtungen und Unternehmen. Am Freitag vermeldete das BSI eine erhöhte Bedrohungslage für Deutschland.

Mit Material von dpa
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