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Aus der Wirtschaft

Schott Solar verdoppelt Produktionskapazität

von , am
14.02.2011

Mainz - Bei einem Round Table-Gespräch mit Journalisten im Hause Schott Solar wurden die aktuelle Marktsituation, Vorhaben und der erwartete Einfluss politischer Entscheidungen besprochen.

Der Spezialglashersteller Schott hat seine Geschäftszahlen vorgelegt. © Schott Solar AG
Lars Waldmann, Leiter Public Relations, erklärte, dass für das Geschäftsjahr 2010/2011 eine Verdopplung der Produktionskapazitäten für Solarmodule auf rund 830 Megawatt (MW) jährlich geplant sei. Dazu werden am deutschen Produktionsstandort die Kapazitäten verdoppelt und gleichzeitig das internationale Produktionsnetzwerk ausgebaut.
 
Jüngster Vorstoß in diese Richtung ist ein Joint Venture mit dem chinesischen Unternehmen Hareon Solar Technology Co. Ltd. in Taicang, nordöstlich von Shanghai. Geplant sind dort Aufbau und Betrieb einer eigenen Produktion von SCHOTT Solar Modulen in China (www.schottsolar.com).

Auch in die deutschen Standorte wird investiert

Die weltweit modernste Fertigung zur Herstellung von Solar-Siliciumwafern in Jena wird weiter ausgebaut – damit auch die Zahl der Mitarbeiter. Dann verlassen 125 Millionen Wafer pro Jahr die Fertigungsstrecke. Mit diesem Expansionskurs plant Schott solar bis 2014 zu den Top ten der weltweiten Solarunternehmen zu gehören. Ebenso wichtig wie die gestiegene Produktionskapazität sei aber auch ein Wandel in der Firmenphilosophie, betonte Waldmann. Man möchte zukünftig die gesamte Wertschöpfungskette der solaren Stromerzeugung überwachen.

Waldmann: Den Weg besser kontrolieren

© Schott Solar AG
"Wir möchten den Weg von der Laderampe bis zur fertigen Anlage besser kontrollieren. Da sind so viele Fehler möglich. Wir produzieren beste Qualität, die soll auch am Ende auf dem Dach stehen." Schließlich wurden die Leistungsgarantien für Glasfolienmodule kürzlich auf 25 Jahre, die für Doppelglasmodule auf 30 Jahre verlängert. Voraussetzung für eine lange und hohe Leistung ist neben der Modulqualität aber auch eine fehlerfreie Konstruktion und Installation.
 
Um Fehlerquellen zu vermeiden, geht Schott solar Kooperationen ein. Sowohl die 12 Großhändler als auch die mehreren Tausend Installateure, die Schott-Module einbauen, werden geschult und zertifiziert. Ein weiteres neues Geschäftsfeld ist die Projektentwicklung, Errichtung und anschließender Verkauf von Großanlagen und kompletten Systemen (über 1 MW) gemeinsam mit Partnern.
 

Marktentwicklung 2011

© Schott Solar AG
Wie schätzt Waldmann denn die Marktentwicklung im laufenden Kalenderjahr ein? Nach dem Zubau von sagenhaften 7 GW (200.000 Anlagen) im Jahr 2010 rechnet er auch für 2011 mit einer hohen Zunahme. Offizielle Prognosen, die 4,5 GW vorhersagen, hält er für zu gering. "6 GW halte ich für wahrscheinlicher." Seiner Meinung nach wirken die schrittweisen und nicht wirklich langfristig vorhersehbaren Kürzungen der Fördersätze eher fördernd als hemmend auf den Zubau.
 
Der stark gefallene Preis – seit 2006 ist er um fast die Hälfte gesunken – wird auch in Zukunft für reges Interesse bei Eigenheimbesitzern und Landwirten sorgen, ist Waldmann überzeugt. (pd)
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