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Aus der Wirtschaft

Sichere Stromversorgung bis 2030 auch mit Erneuerbaren möglich

von , am
25.02.2014

Berlin - Bei rechtzeitiger Ergreifung geeigneter Maßnahmen sind die Ausbauziele der Bundesregierung für Strom aus regenerativen Quellen bis 2030 erreichbar.

Um die Energiewende zum Exportschlager zu machen, soll das EEG-Gesetz (Erneuerbare-Energien-Gesetz) übersetzt werden. © Mühlhausen/landpixel
Das geht aus einer Studie hervor, in der die Deutsche Energie-Agentur (dena) den Bedarf dieser sogenannten Systemdienstleistungen (SDL) bei einem hohen Anteil an Stromerzeugung aus Photovoltaik- und Windkraftwerken bis zum Jahr 2030 untersucht hat. Wie die dena in ihrer Auswertung der Ergebnisse feststellt, hat die Bundesregierung den fortlaufenden Ausbau der erneuerbaren Energien bis zu einem Anteil von 80 Prozent an der Stromversorgung bis 2050 beschlossen.
 
Der eingeschlagene Weg ändere die Anforderungen und die technisch-wirtschaftlich verfügbaren Möglichkeiten der Bereitstellung von Systemdienstleistungen für die Gewährleistung eines sicheren und stabilen Betriebs der Stromnetze im Zeithorizont bis 2030 deutlich.

Technische Lösungsmöglichkeiten bereits heute verfügbar

Für alle Arten der Systemdienstleistungen existieren nach Angaben der Studienautoren aber bereits heute technische Lösungsmöglichkeiten in ausreichendem Umfang, um auch zukünftig das heutige Niveau an Systemsicherheit, Zuverlässigkeit und hoher Qualität des Stromversorgungssystems zu gewährleisten. Dezentrale Energieanlagen und Netzbetriebsmittel könnten und müssten dafür allerdings in einem deutlich verstärktem Maß Systemdienstleistungsprodukte erbringen, da konventionelle Kraftwerke, die heute überwiegend den Bedarf an Systemdienstleistungen deckten, zukünftig deutlich verringerte Betriebszeiten aufwiesen.

Regulatorischen Rahmen anpassen

Um die Systemstabilität 2030 auf dem heutigen Niveau gewährleisten zu können, empfehlen die Mitglieder der Projektsteuergruppe der dena-Studie unter anderem, den regulatorischen Rahmen so anzupassen, dass künftige Stromerzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien zur Erbringung der sogenannten Momentanreserve befähigt werden, mit der Schwankungen im Netz ausgeglichen werden können.
 
Auch der Eintritt neuer Anbieter für Regelleistung aus dezentralen Energieanlagen müsse vereinfacht werden. Parallel gelte es Lösungen zu entwickeln, um eine vermehrte Erbringung von Regelleistung durch dezentrale Energieanlagen aus den Stromverteilnetzen unter Berücksichtigung der lokalen Netzgegebenheiten koordinieren zu können.

Bessere Koordination zwischen den Netzbetreibern erforderlich

Da die Steuerung des Stromnetzes mit dem Anwachsen dezentraler erneuerbarer Energieanlagen immer komplexer wird, bedarf es nach Einschätzung der Verfasser einer besseren Abstimmung zwischen den Netzbetreibern. Hierfür müsse das bestehende Kaskadenprinzip zur Weitergabe von Anforderungen und Informationen zwischen vor- und nachgelagerten Netzbetreibern weiterentwickelt werden. Die Projektgruppe rät ferner dazu, frühzeitig mit dem Umbau des Systems zu beginnen und dabei die entstehenden Kosten für die Netzbetreiber als auch die Betreiber dezentraler Energieanlagen durch ein geeignetes Erlössystem zu begleiten.
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