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Reperatur

Solaranlagen: Defekte rechtzeitig beheben - Geld sparen

German Lewizki/Sunbeam GmbH/Krauß/agrarheute
am
27.07.2016

Solaranlagen haben nicht selten unerkannte Defekte oder leisten weniger als sie könnten. Worauf müssen Landwirte bei der eigenen Anlage achten?

Der TÜV Rheinland veröffentlichte im Sommer 2015 die Ergebnisse seines Qualitätsmonitors Solar. Die statistische Auswertung der Untersuchungsergebnisse von über 100 Photovoltaikanlagen zeigte, dass Mängel bei Solaranlagen keine Ausnahme sind: Jede dritte Anlage wies Defekte und Leistungsdefizite auf.

Selbst wenn nicht jeder Mangel mit gravierenden finanziellen Einbußen für den Betreiber verbunden ist, können auch kleinere Defekte zu Folgeschäden führen, wie etwa Kurzschlüssen. Werden außerdem Gewährleistungsfristen verpasst, bleiben Betreiber auf den Reparaturkosten sitzen. Wie kann man Leistungsabfällen und damit auch finanziellen Einbußen zuvorkommen?

Sichtkontrolle und Messtechnik

  • Problemfälle wie Korrosion und Undichtigkeiten lassen sich durch eine sorgfältige Sichtkontrolle der Anlage erkennen.
  • Verdeckte Mängel wie zum Beispiel Kabeleinschnitte unter Modulen müssen dagegen gezielt gesucht werden.
  • Andere Fehler lassen sich wiederum nur mit der richtigen Messtechnik lokalisieren.

In letztgenannte Kategorie fallen zum Beispiel Module, die von der potenzialinduzierten Degradation (PID-Effekt) betroffen sind. Dieser Effekt kann dazu führen, dass einzelne Module bis zu 90 Prozent ihrer Leistung einbüssen. Seit kurzem sind dafür auch mobile Mess-Systeme verfügbar. Durch die Messung vor Ort werden Transportrisiken ausgeschaltet und Ertragsausfälle minimiert.

Beispiele für Amortisation

Samir Merzoug, Mitglied der Geschäftsführung des Serviceunternehmens Suncycle, nennt zwei Beispiele:

  • "Bei einer bei München errichteten 45 kWp-Aufdachanlage aus dem Jahr 2012 fanden wir einen fehlerhaft montierten Stecker. Die Anlageninspektion samt Reparatur kostete einmalig 900 Euro und bringt nun einen Mehrertrag von rund 1.200 Euro pro Jahr bzw. 26 Euro/kWp."
     
  • Ein anderes Beispiel war etwas komplexer: "Bei einer 1,5 MW Freiflächenanlage in Brandenburg fiel der Wechselrichter zeitweise aus. Wir identifizierten einen Isolationsfehler als Ursache sowie eine bis dahin unerkannte defekte Sicherung. Die Inspektion kostete 4.500 Euro, die Neuverkabelung und die neue Sicherung lagen bei rund 500 Euro. Resultierender Mehrertrag: 2.900 Euro pro Jahr.“

Mangel rechtzeitig geltend machen

In der Praxis werden Dienstleister oft erst dann mit der Anlageninspektion beauftragt, wenn geringe Erträge oder Ertragseinbrüche auffallen, sei es durch die Abrechnung des Netzbetreibers oder das eigene Monitoring.

Besonders genau hinschauen sollten Betreiber aber immer dann, wenn ihre Anlage eine individuelle Garantiegrenze erreicht. Denn nur wer einen Mangel rechtzeitig geltend macht, kann seine Ansprüche wahren.

Den gesamten Artikel finden Sie im agrarmanager 06/2016.

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