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Solardeckel abgeschafft: Doch was bedeutet das für die Landwirte?

Solaranlagen auf einer Wiese
am Mittwoch, 01.07.2020 - 09:45 (Jetzt kommentieren)

Der Solar-Ausbaudeckel von 52 GW ist abgeschafft. Die Bundesregierung hat sich endlich entschlossen, die Marktdynamik nicht weiter zu bremsen. Landwirte können jetzt in Ruhe ihre Chancen abwägen.

Seit Monaten weist die Solarbranche darauf hin, dass Investoren in neue PV-Projekte nach wie vor  eine Vergütung erhalten müssen, auch wenn in Deutschland die 52-GW-Ausbaukapazität erreicht ist. Endlich hat die Bundesregierung gehandelt. Zwar spät, aber immerhin ist diese Unsicherheit nun vom Tisch. Das ist für die Landwirtschaft ein positives Signal. Jetzt, wo einige Länder ihre strikten Richtlinien zur Flächennutzung von Photovoltaik lockern, ergeben sich für Landwirte neue Chancen. Jetzt haben investitionsfreudige Entscheider mehr Zeit, um zu überlegen, welche Flächen für eine mögliche PV-Nutzung geeignet sind.

Zweifachntuzung von Freiflächenanlagen

In Sachen Freiflächenanlage ist eine Zweifachnutzung ein lukratives Modell. Wer zum Beispiel auf einem schlechten Standort Heu ernten kann und gleichzeitig Pachteinnahmen durch die PV-Anlage erhält, spült langfristig sichere Einnahmen in seine Betriebskasse. Gleichzeitig kann eine PV-Anlage auf einem schlechten Standort zu mehr Naturschutz und Artenvielfalt beitragen. Bei der Photovoltaik am Boden geht es nicht nur um riesige Flächen. Im Gegenteil: Auch kleinere Landstücke von 0,5 ha können für PV-Projektierer attraktiv sein. Die Geschäftsmodelle sind vielfältiger geworden. Lösungen ergeben sich oft erst auf den zweiten Blick. 

Konstante Einnahmequelle

Klar, das große Geld lässt sich mit PV – ob auf dem Dach oder am Boden – nicht (mehr) verdienen, aber eine konstante Einnahmequelle trägt zum nachhaltigen Wirtschaften eines Betriebes bei. Gegenüber der Windkraft haben die Solarpanele einen entscheidenenden Vorteil: die Akzeptanz in der Bevökerung ist größer und Bürgerinitiativen gegen ein PV-Projekt sind deutlich seltner als gegen Windkraftprojekte. Wer als Landwirt diese temporären PV-Aufschwung nutzt, kann mit seinem Engagement als positives Beispiel vorangehen.

Die Gesellschaft muss (wieder) verstehen, dass die Betreiber von PV- und Biogasanlagen aus der Landwirtschaft der Motor der Energiewende sind. Leider rückten Umweltverbände, Medien und Politik etwa Biogas in der Vergangenheit in ein schlechtes Licht. Somit wurde es schwer, die wahre Rolle des Landwirts zu verdeutlichen. Die Chancen, die jetzt PV bietet, können das ein Stückweit ändern.     

Mehr zu den Themen Photovoltaik, Biogas und Windkraft finden Sie im agrarheute Energie-Magazin.      

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