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Zollfahndung

Solarmodul-Import: Razzia wegen Steuerhinterziehung von 30 Mio. Euro

Solarmodule im Solarpark
© agrarfoto.com
von , am
12.10.2017

Eine Nürnberger Firma soll bei der Einfuhr von Solarmodulen aus China Antidumping- und Ausgleichszölle in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro hinterzogen haben.

Fahnder durchsuchten 14 Wohn- und Geschäftsräume in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung beziehungsweise der Steuerhehlerei, wie das Zollfahndungsamt München mitteilte.

Schein- und Briefkastenfirmen für Solarmodul-Importe

Sieben Deutsche und Chinesen im Alter von 41 bis 56 Jahren wurden beschuldigt. Drei von ihnen kamen in Untersuchungshaft. Die Verdächtigen sollen ein ausgeklügeltes Modell von Schein- und Briefkastenfirmen in Luxemburg und Hongkong genutzt haben, um Zahlungsströme von 150 Importen zu verschleiern.

Abnehmer der Solarmodule waren Energie- und Solarparks im gesamten Bundesgebiet sowie im europäischen Ausland.

Razzien in drei Bundesländern

Durchsucht wurden am Montag Wohn- und Geschäftsräume in Nürnberg, Erlangen, Neu-Ulm sowie den Landkreisen Fürth, Lindau, Ahrweiler und Mayen-Koblenz. Darüber hinaus beschlagnahmten die Zollfahnder laut einem Sprecher Geschäftsunterlagen in Solarparks in Baden-Württemberg.

Antidumping- und Ausgleichszölle hinterzogen

Die Europäische Union erhebt seit Juni 2013 Antidumping- und Ausgleichszölle bei der Einfuhr von Solarmodulen und Zellen mit Ursprung in oder Versand aus der Volksrepublik China. Eine sogenannte Mindesteinfuhrpreisregelung soll chinesische Billigimporte zum Schutz der europäischen Wirtschaft unterbinden.

Den Ermittlungen zufolge wurde die Einhaltung des Mindesteinfuhrpreises im aktuellen Fall aber bloß vorgetäuscht und durch verschleierte Rückzahlungen oder Manipulation von Montage- und Zubehörkosten unterschritten.

Mit Material von dpa
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