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User-Stimmen

Solarparks auf Ackerland- Das sagen unsere Userinnen und User

am Donnerstag, 11.03.2021 - 14:50 (Jetzt kommentieren)

Investoren bauen immer mehr Solaranlagen auf Ackerland. Wie Dr. Olaf Zinke in dem Artikel “Solarparks auf fruchtbaren Äckern – Flächenfraß für die Umwelt? “ bereits berichtete, sind diese Solarparks teilweise mehrere 100 Hektar groß.

Warum werden Solarparkt auf Ackerland gebaut? Der Grund für die Landverpächter sei einfach: Die Pachtpreise für Solarflächen seien bis zu zehnmal höher als für Ackerland. Pachterlöse zwischen 2.000 und 3.000 Euro je Hektar keine Seltenheit. Hinzu kommt, dass es sich bei diesen Einnahmen um eine zuverlässige Geldquelle für mindestens 20 Jahre handle.  

Zum Nachlesen auf agrarheute: Solarparks auf fruchtbaren Äckern – Flächenfraß für die Umwelt?

Breites Unverständnis bei Landwirtinnen und Landwirten

Unter dem Beitrag auf der agrarheute-Facebook Seite hat das Thema eine hitzige Diskussion hervorgerufen.  

Userin Elfriede H. findet hierfür nur scharfe Kritik: "Gehts noch bescheuerter?? Es gibt jede Menge Dächer z.B. in Gewerbeparks, etc. und wer würde sich über Schatten auf Parkplätzen nicht freuen. Auch die Autobahnen könnte man überdachen “ 

Auch Facebook-Nutzer Christian O. versteht nicht, warum naturnahe Flächen um ihren fruchtbaren Nutzen gebracht werden müssen:  “Wenn es sich rentiert, warum nicht? Vorher müssten aber sämtliche Parkplätze und Dächer von jedem Lidl, Aldi, Rewe, Edeka und großen Logistikzentren und Shopping-outlets damit zugepflastert werden. Diese Flächen sind bereits versiegelt und somit eh verloren.” 

Grüne Politik als Auslöser solcher Flächenfraß-Projekte

Einige Stimmen geben der Politik die Schuld an solchen Maßnahmen. Dass die Grüne Politik nicht bei Allen aus der Landwirtschaft gut ankommt, ist gemeinhin bekannt. Einige User finden wenig warme Worte für die politischen Entscheidungen.  

Michael B.: “aus dieser Sicht muss man Ihnen Recht geben ! Die Politik und vorallem diese Öko Freaks meinen sie sind die super Schlauen mit ihren Windrädern und Solarparks , leider kann man sich eine Solarpanele nicht aufs Brot legen! Aber das ist ja nur so ein Nebeneffekt, Hauptsache ist doch, das die Wählerstimmen kommen, damit sie ihren gut bezahlten Job behalten können, denn nirgends in der Wirtschaft gibt es,das man so leicht einen Job bekommt, für den man keinerlei Vorwissen braucht, sich teuer Experten holen kann, damit man sein Nicht-Wissen ausgleichen oder damit diese die Arbeit machen! Siehe Verteidigungsministerin, oder Verkehr usw., wobei leider die Land/Agraministerin ja einen BIO Hof zuhause hat und trotzdem gegen die eigen Landwirtschaft arbeitet! Tja, so leicht kann man eben sein Geld nicht verdienen und das völlig ohne Konsequenzen wenn mal ein paar Milliarden eben mal so verschleudert werden!” 

Robert S.: “Aber verbieten Einfamilienhäuser zu bauen, weil das zu viel Fläche verbrauchen würde. Vorschlag der GRÜNEN. Idioten.” 

Albert S.: “der grüne Wahnsinn in Reinkultur!! Es ist zum (Ko**en)” 

Schuldig: Verbraucherinnen und Verbraucher

Geht man nach den Kommentaren unter dem Beitrag dazu auf Facebook, wird schnell eines klar: Solarparks auf fruchtbaren Äckern? Für eine gute Idee hält das wirklich niemand.  

Selbstverständlich gibt es hier auch Stimmen, die der Solarnutzung der landwirtschaftlichen Nutzfläche verteidigend zur Seite stehen. Allerdings mit einem bitteren Beigeschmack. Laut ihnen ist die Situation jener Landwirtinnen und Landwirte, die sich für eine Verpachtung/Vermietung ihrer Flächen entscheiden mehr als verständlich. In Anbetracht der unrentablen wirtschaftlichen Lage der Lebensmittelproduktion für Viele, sei die Schuld hier klar bei den Verbrauchenden zu suchen, die nicht bereit seien, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben.  

Nancy W. fasst dieses Problem in wenigen bitter-bösen Worten zusammen:  “Wenn man für Stromerzeugung mehr Geld bekommt als für Lebensmittelproduktion, braucht sich keiner beschweren! Auch Landwirte müssen wirtschaftlich Arbeiten! Selbst Schuld!!!” 

Dem stimmt auch Berith K. zu:  “Noch bis vor kurzem war ich strikt dagegen, landwirtschaftliche Nutzflächen mit Solar zuzupflastern und so der eigentlichen lw. Produktion zu entziehen. Wenn uns aber durch die Politik das Geldverdienen auf dem Feld und im Stall zusehends erschwert bis unmöglich gemacht wird, muss man halt andere Wege suchen, um Einkommensverluste auszugleichen. Das ist echt nicht das, wovon man als Landwirt träumt, aber irgend wovon wollen die finanziellen Verpflichtungen beglichen werden...” 

Christoph B. :  “Ohne Witz. Hört doch einfach auf zu jammern. Wenn sich die jetzige wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft nicht ändern sollte und der Landwirt als Nahrungsmittelproduzent eh keine Rolle mehr spielt, dann sollte man doch dankbar sein, wenn man seine Flächen hierfür hergeben kann! Und selbst wenn auf 5% der landwirtschaftlichen Flächen temporär Solarparks errichtet werden kann man noch nicht von Flächenfraß sprechen.  Wichtig ist, das die Flächeneigentümer und ggf. die Gemeinde durch eine Bürgeranlage profitieren. Ein Verkauf von Flächen an Investoren wäre fatal. In einer Sache stimmt ich zu, man sollte vorrangig Flächen mit wenig Bodenpunkten bebauen.” 

“Bauernland in Bauernhand”

Mit dieser Aussage liefert User Franz Strobl die passende Überschrift, mit der sich der Grundtonus der Kommentare unter dem Facebook-Beitrag “Solarparks auf fruchtbaren Äckern – Flächenfraß für die Umwelt?” am besten beschreiben lässt.  

Zusammenfassend kann man also sagen, dass sich fast alle Landwirtinnen und Landwirte mehr oder weniger einig sind. Dass Lebensmittel zu einem Spottpreis über die Ladentheken gehen und landwirtschaftliche Nutzfläche hergegeben werden muss, um ein stabiles Einkommen der Produzierenden zu sichern, belastet Mensch, Natur und Kultur.  

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