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Solaranlage

Solarstrom: So können Sie Ihre Anlage optimieren

Solaranlage auf Stall
am Dienstag, 10.09.2019 - 09:41 (Jetzt kommentieren)

Wie Sie Ihre Photovoltaikanlage optimieren können, verrät Ihnen PV-Gutachter Stephan Neitzel im Interview.

Herr Neitzel, was kann ein Betreiber tun, um seine Anlage zu optimieren?

Es gibt ein paar Regeln, die jeder Betreiber beachten sollte. Manche Maßnahmen sind sehr leicht umzusetzen, andere erfordern mehr Aufwand. Aber in der Regel lohnt sich dieser Mehraufwand. Allerdings stellen wir bei unserer Tätigkeit auch fest, dass viele Betreiber nicht viel Engagement investieren, um eine bessere Situation herbeizuführen – weil viele Anlagen schon schuldenfrei sind. Bis dahin hat sich die Anlage selbst getragen und es ist auch noch Geld übrig geblieben. Die Anlage bleibt dann einfach auf dem Dach liegen, bis sie nicht mehr läuft. Man sieht, dass das Interesse nicht mehr so stark ist, wie noch vor knapp zehn Jahren.

Das Verhalten ist zwar nachvollziehbar, aber der Betreiber könnte doch mehr aus seiner Anlage herausholen?

Am besten betreibt man seine Anlage so, dass die Nennleistung, die man ursprünglich hatte, dauerhaft erhalten bleibt. Dabei sind mehrere Aspekte wichtig. Als Erstes sollte die Anlage natürlich immer sauber gehalten werden. Allerdings muss man nicht jedes Jahr reinigen, weil sich das auf den Ertrag kaum auswirkt.

Aber alle zwei Jahre ist sinnvoll?

Das schon, aber auch da muss man deutlich unterscheiden: Wo ist die Anlage überhaupt aufgebaut? Ist sie auf einer Wagenremise  aufgebaut, wo sie relativ gut ohne Verschmutzung über die Jahre kommt? Oder liegt sie vielleicht doch auf einer Stallanlage, wo es zu Staubemissionen kommt. Was uns beim Reinigen über die Jahre immer wieder auffällt, ist, dass bei Anlagen, bei denen die Dachneigung sehr flach ist, Regenwasser auf die Moduloberfläche trifft und nicht vernünftig abläuft. Sand oder Stäube werden dann durch das  Regenwasser zwar abgewaschen, aber der Dreck sammelt sich am unteren Modulrahmen. Damit erhalten sie eine harte Sandkruste, was sich über die Jahre hinweg aufstaut. So läuft das Ganze dann langsam in die Zellen und verschmuzt das Modul.

Das heißt, bei einer flachen Dachneigung sollte man seine Anlage noch öfter reinigen lassen?

Öfter und gründlicher! Und vor allem mit einer härteren Bürste, um die Sedimente dann auch wirklich zu entfernen.

Was ist neben der Reinigung noch zu beachten?

Die Wechselrichterpflege. Bei den Wechselrichtern ist es so, dass die mit einem Lüfter zwangsgekühlt sind und einen hohen Durchlass an Volumen haben. In der heißen Jahreszeit drücken sich immer wieder Stäube durch die Wechselrichter durch. Das Kühlsystem besteht aus Einlassgitter und Lüfter. Das Kühlsystem sollte frei von Verschmutzung sein und das Einlassgitter frei von jeglichen Anhaftungen, die man  dort jedoch häufig antrifft – wie wir immer wieder feststellen. Bekommt der Wechselrichter nicht die erforderliche Kühlung, geht er in eine Art Sicherheitsabschaltung, das heißt, er minimiert die Leistung, um im Zweifelsfall nicht abzubrennen.

Das vollständige Interview finden Sie in der Augustausgabe des agrarheute Energie Magazins.

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