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Sonnleitner: Energiewende ja - aber mit Flächenschutz

von , am
16.09.2011

Berlin - Die Energiewende muss mit dem Schutz der Flächen einhergehen. Dafür setzte sich DBV-Präsident Sonnleitner bei einem Spitzengespräch mit der Energiewirtschaft ein.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes Gerd Sonnleitner wird das Perspektivforum auf der BioFach 2012 eröffnen. © BBV
"Wir Bauern werden mit Bioenergie ein verlässliches Standbein im Energiemix in Deutschland bereitstellen," kündigte Sonnleitner beim Spitzengespräch der Energiewirtschaft an, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag ins Kanzleramt geladen hatte.
 
Laut Sonnleitner werde sich Bioenergie in die bestehende Agrarstruktur einfügen. Auf keinen Fall dürfe Bioenergie in Konkurrenz zu Lebensmitteln stehen oder zu Verwerfungen bei der Bodennutzung führen. "Beim notwendigen Umbau der Energie-Infrastruktur im Zuge der Energiewende muss aber die Verschwendung beim Landverbrauch schnellstmöglich beendet werden." Angesichts des Verlustes von 800.000 Hektar fruchtbaren Bodens seit 1992 müsse der Schutz landwirtschaftlicher Flächen jetzt "grundsätzlich Maßstab der Politik werden", forderte der Bauernpräsident.

Kritik an geplanter Flächenstillegung

Sonnleitner setzte sich im Beisein der Spitzenvertreter der Energiewirtschaft auch für gesetzliche Änderungen bei Ausgleichs- und Ersatzregelungen ein. Bundeskanzlerin Merkel hatte dazu auf dem Deutschen Bauerntag in Koblenz bereits Änderungsbedarf angekündigt. Sonnleitner machte sich zudem für eine Anpassung der Entschädigungssätze stark, wenn neue Energieleitungstrassen über landwirtschaftliche Flächen gebaut würden. Die Grundeigentümer würden seit Jahrzehnten nur einmalig mit einem Anteil von zehn bis 20 Prozent am Verkehrswert entschädigt. Dagegen würde die Bundesnetzagentur den großen Netzbetreibern eine langfristige Verzinsung von neun Prozent auf das eingesetzte Kapital zugestehen.
 
Die Landwirtschaft, so Sonnleitner, könne unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und der Einhaltung von Fruchtfolgen zur Energiewende mit der Produktion von Bioenergie auf bis zu drei Millionen Hektar beitragen. Augenblicklich bauten die deutschen Bauern Bioenergiepflanzen auf 2,3 von 11,9 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche an.
 
"Zu allem Überfluss plant die EU-Kommission derzeit mit der Reform der EU-Agrarpolitik ab 2014 wieder ein neues, verpflichtendes Flächenstilllegungs-Programm," führte Sonnleitner an. Die diskutierten sieben Prozent Flächenstilllegung würden in Deutschland die Herausnahme von 600.000 Hektar aus der Produktion von Lebensmitteln und Biomasse zur Folge haben.

Video: Die Rede der Kanzlerin - Merkel gegen Landfraß

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