Unerreichbare Ziele der Elektromobilität wegen fehlender Rohstoffe?
Der Ausbau der Elektromobilität stockt wegen derzeitiger Versorgungsdefizite von Lithium, Kobalt und Nickel. Da es aktuell keine komerziellen Alternativen für den wichtigen Bestandteil von Batterien gibt, wird der Engpass laut Experten frühestens 2025 vorbei sein.
Die aktuellen Rohstoffengpässe sind die größte Hürde für die Massenverbreitung von Elektroautos. Aus Sicht von Scott Yarham, Regional Pricing Director für Metalle bei S&P Golbal Commodity Insights (SPGI), können selbst Subventionen die Versorgungsengpässe und Preisanstiege bei Batteriemetallen nicht auffangen. Der größte Kostentreiber seien die Rohstoffe für Akkus. Laut Yarham ist eine Veränderung nicht in Sicht. Es gibt verschiedene Batterien für Elektrofahrzeuge, das Problem ist aber, dass alle Systeme der heutigen Technik auf Lithium basieren. „Es werden zwar neue und alternative Batteriequellen erforscht, aber alle aktuellen Batterien verwenden Lithium, eine kommerzielle Alternative gibt es noch nicht,“ so Yarham.
Wenig Lithium, Kobalt und Nickel in den nächsten 5 Jahren
Aus Sicht des Experten werde das Versorgunsdefizit für Lithium noch mindestens die nächsten fünf Jahre anhalten. Auch Kobalt und Nickel stehen vor einem Engpass, der sich frühestens 2025 auflöst. Das stellt die Zulieferer und Hersteller von Batteriesystemen für die Elektromobilität vor Herausforderungen.
Herstellung von Batterien in Heimatregionen verlagern
Bis 2030 werden Lieferketten das größte Problem für die Elektromobilität sein. Das sagt Anne Robba, Managerin Future Energy bei SPGI. Sie erläutert, wie Hersteller und Zulieferer mit der Knappheit an Lithium umgehen: „Die Investitionen der Hersteller und ihre Bemühungen, die Batterieherstellung stärker in die Heimatregion zu verlagern, sind interessant. Die Ziele der Erstausrüster für die Versorgung mit Elektrofahrzeugen sind aufgrund von Beschränkungen in der vorgelagerten Lieferkette und der Verbrauchernachfrage nicht zu erreichen.“
Knappe Rohstoffe und hohe Preise
Sind Rohstoffe knapp am Markt, steigen die Preise. Zuletzt erreichten die Preise für Lithium knapp über 80.000 US-Dollar pro Tonne. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht den Preisanstieg der letzten Jahre. Ging der Preis ab 2018 sogar leicht zurück ist die Kostenexplosion von Lithium in den ersten Monaten des Jahres 2022 klar erkennbar.
Lithium-Recycling aus Altbatterien wichtig für Zukunft
Verarbeiter von Lithium müssen laut Robba ihr Angebot strategisch und durchdacht planen. Neue Projekte können wegen des fehlenden Lithiums erst Jahre später in Betrieb gehen, so Robba. Das Recycling von Lithium werde in Zukunft ein wichtiger Teil des Versorgungs-Mixes von Rohstoffen sein. Scott Yarham sieht das in naher Zukunft allerdings nicht realisierbar: „Es müssen genügend Altbatterien zur Verfügung stehen, um den Rohstoff nutzbar zu machen, aber das ist auf kurze Sicht nicht der Fall.“
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